Lensing-Uraufführung: Vorfreude bei Salzburger Festspielen

„Verrückt nach Trost“: Sebastian Blomberg (Taucher) und Ursina Lardi (Oktopus) © APA/Armin Smailovic

Thorsten Lensing bringt bei den Salzburger Festspielen erstmals ein komplett eigenes Werk auf die Bühne: „Verrückt nach Trost“. Seine vier Schauspieler Ursina Lardi, Devid Striesow, Andre Jung und Sebastian Blomberg erzählten am Mittwoch in Salzburg von der außergewöhnlichen Arbeit mit dem Regisseur.

„Es ist eine Arbeit, die aus der Kraft und Energie des Ensembles entsteht. Man kann es sich ja selten aussuchen beim Theater, aber bei Thorsten haben sich Leute gefunden, die sich wirklich wollen“, beschreibt Blomberg die Faszination an der Arbeit in der Gruppe, die Schauspielchefin Bettina Hering ein Binnenensemble nennt. Thorsten Lensing und seine Schauspieler verbindet eine lange Zusammenarbeit. Für Sebastian Blomberg ist „Verrückt nach Trost“ beispielsweise schon die dritte gemeinsame Produktion.

Auch die anderen haben nur lobende Worte für ihren Regisseur übrig. „Ich habe schon viermal mit der Gruppe um Thorsten gearbeitet und diese selbstbestimmten Proben tun so gut. Der Spaß am Spielen ist immer primär und das ist etwas, das ich mir auch nie nehmen lassen wollte“, so Andre Jung, der in der Produktion vom Orang Utan bis zum Pflegeroboter die unterschiedlichsten Rollen einnimmt.

In Lensings Stück, das am kommenden Samstag seine Uraufführung feiert, geht es um ein Geschwisterpaar, das gerade seine Eltern verloren hat und am Strand spielt. Das Publikum begleitet deren Leben und Begegnungen mit zahlreichen Charakteren, die im Laufe des Theaterabends auftauchen. „Unsere letzte Zusammenarbeit ist vier Jahre her und jetzt arbeiten wir an Thorstens eigenem Text. Die ersten Textbrocken habe ich vor ca. zwei Jahren gesehen. Thorsten hat Szenen geschrieben, die er gerne von uns gespielt sehen wollte. Daraus entwickelten sich Handlung und Figuren. Er hat uns zwar immer wieder Teile gezeigt, aber am Ende ist alles von ihm“, so Ursina Lardi, die ebenfalls schon lange Zeit mit dem Regisseur zusammenarbeitet, und Blomberg ergänzt: „Die nackte Bühne hat auch viel mit Thorsten zu tun. Er will, dass die Räume durch den Schauspieler entstehen. Wir kreieren und das macht total Spaß.“

Auch Devid Striesow, den das breite Publikum vor allem durch seine Filmproduktionen wie „Die Fälscher“ oder Hape Kerkelings Filmbiografie „Ich bin dann mal weg“ kennt, ist dem Regisseur seit zwölf Jahren verbunden, doch dieses Jahr zum ersten Mal bei den Salzburger Festspielen. „Mein Schwerpunkt im Theater liegt tatsächlich in diesem Ensemble und wenn man so etwas hat, dann läuft man nie auf dünnem Eis. Wenn ich jetzt zum Beispiel mit einem fremden Kollegen ein Paar spielen müsste, dann würde das bestimmt dreimal so lange dauern, wie wenn ich jetzt mit Andre oder Ursina zusammen bin“, beschreibt er die Vertrautheit der Gruppe.

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„Eine Uraufführung ist immer ein Risiko“, so Bettina Hering. Doch die Proben laufen gut und so braucht sich die Schauspielchefin maximal um den Brandschutz sorgen, zumindest wenn man Sebastian Blombergs Beschreibungen der Proben glauben darf: „Niemand stört uns da beim Nachdenken und Spinnen. Durch freies, durchgeknalltes Improvisieren setzen wir den Raum in Brand.“

Salzburger Festspiele: „Verrückt nach Trost“ von Thorsten Lensing (auch Regie), Uraufführung am 6. August, 19 Uhr, Universität Mozarteum – Max Schlereth Saal. Mit Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi und Devid Striesow. Weitere Termine am 8., 9., 10., 12., 13., 16. und 17. August. Infos und Tickets unter salzburgerfestspiele.at

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