Leonard Cohen: Thanks For The Dance

Leonard Cohens im Herbst 2016 veröffentlichtes Album traf Fans wie ein Schock: Die Texte auf „You Want It Darker“ steckten voller Todesahnung, die Musik war wie ein Grabgesang. Kurz nach Veröffentlichung starb der Musiker mit 82 Jahren, geschwächt von einer Leukämie-Erkrankung, infolge eines Sturzes.

Nun gibt es Trost in Form der posthumen Platte „Thanks For The Dance”. Rund 30 Minuten lang hört man gebannt der beeindruckenden Bass-Stimme des Kanadiers zu, der seit den 60ern als Folk-Poet mit Liedern wie „Hallelujah“, „Suzanne“ oder „First We Take Manhattan“ Popgeschichte schrieb. Im Grunde sind dies nun sorgfältig gesprochene oder melodisch geraunte Gedichte zu einer Musik.

Cohens Sohn Adam sichtete dafür die von gemeinsamen Aufnahmen gebliebenen Songskizzen und Rezitationen des Vaters und destillierte daraus ein Nachlass-Album. Das hat er so liebevoll und sensibel gemacht wie nur möglich. „Thanks For The Dance“ hat nicht den Hauch von billiger Fan-Bedienung oder gar Abzocke.

Mit Daniel Lanois (Keyboards), Javier Mas (Laute), Beck (Gitarre), Damien Rice, Leslie Feist und Jennifer Warnes (Background-Vocals) hat der Sohn neun Lieder erschaffen, die froh machen und zugleich den Verlust eines Genies erneut schmerzlich vor Augen führen. Damit wird eine respektvolle, würdige Nachlass-Pflege fortgesetzt.

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