Lettland öffnet Grenzen am Mittwoch, Polen zurückhaltend

Lettland öffnet in der Corona-Pandemie seine Grenzen für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Ansteckungsraten, darunter Österreich. Auf Beschluss der Regierung des baltischen EU-Landes entfällt ab Mittwoch die Quarantänepflicht für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von bis zu 15 Fällen pro 100.000 Einwohner. Dies teilte Regierungschef Krisjanis Karins am Dienstag mit.

Wer aus einem Land mit einer höheren Infektionsrate in den Ostseestaat einreist, muss sich weiterhin für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde können demnach nun Bürger aus 24 Staaten ohne Quarantäne nach Lettland einreisen. Die Daten für die Länderliste würden jeden Freitag aktualisiert, sagte Gesundheitsministerin Ilze Vinkele.

Lettland folgt mit diesem Schritt seinen Nachbarstaaten Estland und Litauen, in denen bereits die gleiche Regelung gilt. „Wir erweitern den Raum der baltischen Staaten auf einen großen Teil des gemeinsamen europäischen Raums“, sagte Karins. Für die lettische Wirtschaft sei das eine „sehr gute Nachricht.“ Die baltischen Staaten hatten zuvor bereits Mitte Mai ihre gemeinsamen Grenzen wieder geöffnet.

Polen will dagegen dem Beispiel der drei Baltenstaaten vorerst nicht folgen und seine Grenzen weiter geschlossen halten. „Für Polen ist es auch eine Inspiration, aber das Ausmaß unserer Probleme ist anders“, sagte Außenminister Jacek Czaputowicz nach einem Treffen mit seinen baltischen Amtskollegen in Estlands Hauptstadt Tallinn.

Er bezog sich damit auf Polens Grenzen zu Deutschland und Tschechien, die täglich von Zehntausenden Berufspendlern passiert werden. Czaputowicz zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Grenzen bald geöffnet werden könnten. „Wir sind auf einem guten Weg und ich hoffe, dass die Beschränkungen in den kommenden Wochen aufgehoben werden und Reisen möglich sein wird bis zu den Ferien“, sagte er.

Lettland, Estland und Litauen stehen in der Coronakrise durchaus gut da. Die Regierungen in Riga, Tallinn und Vilnius hatten früh mit strikten Maßnahmen auf die Ausbreitung des Virus reagiert. Die Infektionszahlen sind im internationalen Vergleich eher gering und hatten sich zuletzt deutlich verlangsamt.

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