Lexus NX450h+ – Liebe auf den nx-ten Blick

Der Charme des Lexus NX offenbart sich erst nach und nach, denn das kantige Nobel-SUV wartet anfangs mit ein paar Tücken auf.

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Zugegeben, es war nicht Liebe auf den ersten Blick, vor allem nicht auf den ersten Metern der ersten Fahrt mit dem Lexus NX450h+. Warum? Einerseits spielt die Nobeltochter von Toyota hierzulande nur eine untergeordnete Rolle; anders ist die Situation in Fernost und Nordamerika, dort boomt Lexus seit Jahren.

Und andererseits – und das hängt indirekt auch mit dem ersten Punkt zusammen – ist der NX eigenwillig und beispielsweise bei der Bedienung des Infotainments oder des adaptiven Tempomaten anfangs sperrig. Also gleich ein Tipp: Vor der ersten Fahrt unbedingt das Auto genau studieren.

Typenschein

Lexus NX450h+

Preis: ab € 70.200,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 75.060,- inklusive Metalliclackierung € 1200,-, Interieur Paket € 2520,- und Technologie Paket € 1140,-; einen Lexus NX (350h) gibt es ab € 53.300,- NoVA/Steuer: 0 %/ € 673,92 jährlich Garantie: 3 Jahre bis max. 100.000 km, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten: Benzinmotor: R4, 16V, Partikelfilter, 2487 cm³, 136 kW/185 PS bei 6000 U/min, max. Drehmoment 227 Nm bei 3200-3700 U/min Elektromotor: Drehstromsynchronmotor, vorne 134 kW/182 PS Maximalleistung, hinten 40 kW/54 PS Maximalleistung, max. Drehmoment vorne/hinten 270/121 Nm Systemleistung: 227 kW/309 PS Getriebe: CVT-Automatik Antrieb: Allradantrieb Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h Beschleunigung 0-100 km/h: 6,3 s Leistungsgewicht: 6,51 kg/PS WLTP-Verbrauch: 1,0 Liter VOLKSBLATT-Testverbrauch: 4,9 Liter CO2-Ausstoß: 22 g/km Euro 6d

Eckdaten: L/B/H: 4660/1865/1670 mm Radstand: 2690 mm Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2012/2540 kg Kofferraum: 545-1436 Liter Anhängelast gebr./ungebr. 1500/750 kg Tank: 55 Liter (Benzin) Reifen: 4 x 235/60 R18 103H auf 18“-Alus

Sicherheit: Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/ RSR/LKA/ACC/TPMS/RCTA Airbags: 7

Generell mag die Vorsicht vielleicht damit zusammenhängen, dass hierzulande die Kenntnis über Audi-, BMW-, Volvo- oder Mercedes-Menüführungen und Assistenzsystemaktivierungen höher ist als die über die von Lexus, aber eigen ist der NX schon – und man braucht ganz ruhige Finger, wenn man beispielsweise bei den hochsensiblen Tasten am Lederlenkrad den Abstand für den Tempomaten einstellen will.

Oder: Einen Knopf am Lenkrad für die Sprachsteuerung sucht man vergebens, dafür befindet sich – allerdings nur schwer ersichtlich – ein Icon auf dem breiten Touchscreen. Zur Ehrenrettung muss man sagen: Die Sprachsteuerung funktioniert dafür tadellos, ebenso die Smartphone-Integration.

Und dann irgendwann stellt sich die Freude über den 75.000 Euro teuren Japaner ein. Er ist und bleibt eigenwillig; das verspielte, fahrerorientierte Cockpit mit 14-Zoll-Touchscreen und mannigfaltigen Lichteinstellmöglichkeiten ist dafür ebenso Beispiel wie die länglichen Türgriffe an der Innenseite. Aber er bietet Luxus, jede Menge Annehmlichkeiten und Platz und erfüllt die Erwartungen an ein Premiumfahrzeug.

Das muss er auch, denn der Preis ist für einen etwas größeren Kompakten – 4,66 Meter lang, 545 Liter Kofferraumvolumen – durchaus ambitioniert. Daher wartet der NX450h+ mit einer umfangreichen Ausstattung auf, die USB-Ports genauso umfasst, wie das obligatorische Panoramaglasdach, Keyless open, Matrix-LED-Scheinwerfer, Klimaanlage und natürlich jede Menge Fahrassistenzsysteme – die teils hypernervös agieren.

Der wuchtig designte Japaner – man schaue sich bloß die martialische Front an – ist ein Plug-in, wie er im Buche steht. Zwei Elektromotoren und ein 2,5-Liter-Saugbenziner gewähren 309 PS Systemleistung. Der Lithium-Ionen-Akku im Unterboden fasst 18,1 Kilowattstunden. Diese sind bei 6,6 Kilowatt Ladeleistung nach zweieinhalb Stunden wieder voll. In der Praxis erweist sich das Zweitonnen-SUV eher als sanfter Begleiter, denn als Rennwagen. Hohe Drehzahlen mögen Motor und CVT-Automatik nicht, das wird auch lautstark kundgetan.

Nichtsdestoweniger zieht der NX in jedem Fahrmodus – zur Auswahl stehen Eco, Normal und Sport beim kreisrunden Auswahlschalter unterhalb der Klimaanlagenbedienelemente – ordentlich an. Die Federung ist generell sanft, wie auch die Lenkung. Die Bremsen lassen sich gut dosieren und die Traktion ist aller Ehren wert. Der Verbrauch kann stark schwanken: Je nachdem, wie oft der fünftürige Fünfsitzer an der Ladesäule hängt geht´s von 1,1 bis 5,5 Liter.

Der überraschend wendige NX macht dabei die beste Figur in der Stadt (wenn der Akku voll und der Benzinverbrauch somit niedrig bis gar nicht vorhanden ist) und beim entspannten Gleiten auf der Autobahn (wenn die Assistenzsysteme aktiviert sind und man sich mit der auf dem zweiten Blick logischen Menüstruktur des Infotainmentsystems auseinandersetzen kann).

Fazit

Ein Premiumauto mit Charakter – innen wie außen.

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