Lexus UX 250h: Das Cockpit als Spielwiese

Ist es ein gutes oder ein schlechtes Zeichen, wenn man sich mehr auf den Innenraum als auf die Straße konzentrieren muss? Der Lexus UX 250h lädt jedenfalls zum Spielen, Ausprobieren, Herumdrücken ein – da gerät das Fahren zur Nebensächlichkeit.

Als Autotester darf man unterschiedlichste Modelle testen: Cabrios, Kombis, SUV oder Kompakte. Die Cockpits sind unterschiedlich – natürlich ist das Lenkrad links vorne – reichen von klassisch nüchtern (VW, Opel) über avantgardistisch (Peugeot, DS), nobel und gediegen (deutsche Premiumhersteller) bis hin zu poppig, knallig (Kia, Toyota).

Aber das Cockpit des Lexus UX 250h ist einzigartig.

Typenschein

Lexus UX 250h Executive

Preis: ab € 50.090,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 53.478,- inklusive elektrisches Glas-Hub/Schiebedach € 1089,-, Luxury Paket € 1331,- und Metallic-Lackierung € 968,-; einen Lexus UX gibt es ab € 36.990,-
NoVA/Steuer: 1 %/ € 667,44 jährlich
Garantie: 3 Jahre bis max. 100.000 km, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten:
Benzinmotor: R4, 16V, Direkteinspritzung, 1987 cm³, 112 kW/152 PS bei 6000 U/min, max. Drehmoment 190 Nm bei 4400-5200 U/min
Elektromotor: Drehstrom-Synchronmotor mit Dauermagnet, max. Nennleistung vorne 80 kW/109 PS, hinten 5,3 kW/7,2 PS, max. Drehmoment 202 Nm, Nickel-Metallhydrid-Gleichstrombatterie mit 216 Volt
Systemleistung: 135 kW/184 PS
Getriebe: kontinuierlich variables Automatikgetriebe E-CVT
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,5 s
Leistungsgewicht: 8,72 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 3,9/4,4/4,3 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 6,5 Liter
CO2-Ausstoß: 97 g/km
NOx: 0,0049 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4495/1840/1540 mm
Radstand: 2640 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1605/2110 kg
Kofferraum: 320-1231 Liter
Tank: 43 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 225/50 RF18 95Vauf 18“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/LKA/BSD/RSR/ACC
Airbags: 6

Die Kommandozentrale des 4495 Millimeter langen, kantigen Boliden mit seinem mächtigen Kühlergrill und den L-förmigen LED-Leuchten stellt den Fahrer in den Mittelpunkt, wartet mit einer Armada an Knöpfen an allen möglichen und unmöglichen Stellen auf, der Widescreen lässt sich mittels Touchpad in der Mittelkonsole steuern (ganz schön knifflig übrigens), die Regelung der Klimaanlage erfolgt wiederum größtenteils klassisch über Schalter und auch das Lederlenkrad weist eine Opulenz auf, die seinesgleichen sucht.

Tipp: Ungefähr 20 Minuten Zeit nehmen – um mit der grundsätzlichen Handhabe vertraut zu werden.

Aber auch bei den entspannten Fahrten (ergonomische Sitze) mit dem außen vorne keilförmig ansteigenden und hinten sanft abfallenden Hybriden – 6,5 Liter Verbrauch, ansprechendes Spurtverhalten, Top-Bremsen, gefühlvolle Lenkung, feinfühlige Rekuperation – bleibt der ledergetränkte Innenraum eine einzige Spielwiese: Fahrmodus auf Sport oder Eco – also Drehregler rechts oberhalb der glasklaren, digitalen Cockpitarmaturen betätigen.

Head-up-Display ein oder aus; ah ja, das ist ja links vom Lenkrad. Die analoge Uhr sagt, wir liegen gut in der Zeit. Adaptiver Tempomat ein: Schon werden die Knopferl am Lenkrad gedrückt. Bei so vielen Gimmicks und Überzeichnung wird der Spieltrieb geweckt. Da macht es nichts, dass die Fondpassagiere ziemlich beengt sitzen, während die Insassen in der ersten Reihe Platz ohne Ende und riesige Ablagen vorfinden.

Und da stört es auch kaum, dass die Hutablage im tief sitzenden Kofferraum (der mit 320 Litern Volumen auch nur mäßig groß ist) aus einem einrollbaren Stoff besteht, die das grundsätzlich hochwertige Image des knapp 53.500 Euro teuren Kompakt-SUV schmälert.

Fazit: Die vierte Generation des UX (der Name steht für Urban Crossover) ist das erste Modell der Japaner auf deren neuer Plattform mit vielen Features und Assistenzsystemen, passablen Fahreigenschaften und hochwertiger Verarbeitung – allerdings zu einem recht happigen Preis.

Wie ist Ihre Meinung?