Libysche Regierung ruft zu politischen Gesprächen auf

Angesichts der andauernden Kämpfe rund um die libysche Hauptstadt Tripolis hat die international anerkannte Regierung alle Konfliktparteien zu Gesprächen aufgerufen. Man müsse zum politischen Dialog zurückkehren, der von den Vereinten Nationen vermittelt wurde, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung von Libyens Regierungschef Fayez al-Sarraj.

Dessen Gegenspieler Khalifa Haftar hatte in der vergangenen Woche ein fünf Jahre altes UN-Abkommen zur Beilegung des Konflikts aufgekündigt. Al-Sarraj warnte vor einer weitreichenden Spaltung staatlicher Institutionen.

In Libyen kämpfen unzählige Milizen um Macht und Einfluss. Mit seiner sogenannten “Libyschen Nationalarmee” hatte General Haftar im vergangenen Jahr vom Osten Libyens aus eine Offensive auf Tripolis im Westen des Landes begonnen. Dessen Einheiten haben inzwischen einen Großteil des ölreichen Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Die von den UN unterstützte Regierung in Tripolis kontrolliert nur kleine Teile des Landes rund um die Hauptstadt. Auch eine Konferenz in Berlin Anfang des Jahres konnte illegale Waffenlieferungen bisher nicht unterbinden.

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