Liebhaber ausgenommen und erpresst: Innviertlerin verurteilt

29-Jährige fasste am Landesgericht Ried nicht rechtskräftig 30 Monate Haft, davon 10 Monate unbedingt, aus

Von Heinz Wernitznig

RIED/IKR. — Weil sie einen 30-jährigen Innviertler, dem sie die große Liebe vortäuschte, so lange ausgenommen haben soll, bis er aus Verzweiflung Suizid verübte, musste sich am Donnerstag eine 29-Jährige am Landesgericht Ried verantworten. Die Staatsanwaltschaft legte der Frau aus dem Bezirk Schärding schweren, gewerbsmäßigen Betrug und schwere Erpressung zur Last. Die Innviertlerin, die vor Gericht keine Erklävrung abgab, wurde schuldig gesprochen und fasste – nicht rechtskräftig – eine Haftstrafe von 30 Monaten, davon zehn Monate unbedingt, aus.

bezahlte Anzeige

Die Frau und der 30-Jährige kannten einander seit dem Jahr 2015. Er hatte sich in sie verliebt, die 29-Jährige ließ ihn im Glauben, dass sie seine Gefühle erwidere. Die Beschäftigungslose soll ihm dann zwei Jahre lang immer wieder Geld herausgelockt haben – mit dem Versprechen, alles zurückzuzahlen, obwohl sie laut Ermittlern gewusst habe, dass sie das nicht kann.

In die Kasse gegriffen

Der Innviertler opferte sein Erspartes, er lieh sich von Angehörigen sowie Freunden Geld, nahm Kredite auf. Schließlich griff er sogar bei der Feuerwehr, wo er Mitglied war, in die Kasse. Damit dort das Fehlen des Geldes nicht bemerkt wird, wollte er zumindest diesen Betrag von seiner Freundin zurück. Anstatt die Schulden zu bezahlen, verlangte sie weitere 500 Euro. Sie drohte sogar, die Sache publik zu machen.

Die Angst, dass er wegen Veruntreuung angezeigt werden könnte, dürfte für den Mann dann zu viel gewesen sein. Laut Polizei nahm er sich wenige Tage nach der Erpressung im vergangenen April das Leben.