Liebhaber erpresst: Prozess

Innviertlerin (29) muss sich am 20. September am Landesgericht Ried verantworten

Von Heinz Wernitznig

RIED/IKR — Weil sie einem 30-jährigen Innviertler, dem sie die große Liebe vortäuschte, so lange ausgenommen haben soll, bis er aus Verzweiflung Suizid verübte, muss sich am 20. September eine 29-Jährige am Landesgericht Ried verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau aus dem Bezirk Ried – für sie gilt die Unschuldsvermutung – schweren Betrug und schwere Erpressung vor. „Der Angeklagten drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft“, so Pressesprecher Alois Ebner zum VOLKSBLATT.

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Die Frau und der 30-Jährige kannten einander seit 2015. Er hatte sich in sie verliebt, die 29-Jährige ließ ihn im Glauben, dass sie seine Gefühle erwidere. Die Beschäftigungslose soll ihm dann zwei Jahre lang immer wieder Geld herausgelockt haben – mit dem Versprechen, alles zurückzuzahlen, obwohl sie laut Ermittlern gewusst habe, dass sie das nicht kann.

In Kasse gegriffen

Der Innviertler opferte sein Erspartes, er lieh sich von Angehörigen sowie Freunden Geld, nahm Kredite auf. Schließlich griff er sogar bei der Feuerwehr, wo er Mitglied war, in die Kasse. Damit dort das Fehlen des Geldes nicht bemerkt wird, wollte er zumindest diesen Betrag von seiner Freundin zurück. Anstatt die Schulden zu bezahlen, verlangte sie weitere 500 Euro. Sie drohte sogar, die Sache publik zu machen.

Die Angst, dass er wegen Veruntreuung angezeigt werden könnte, dürfte für den Mann dann zu viel gewesen sein. Laut Polizei nahm er sich wenige Tage nach der Erpressung im April das Leben.