Lienz mit Linz verwechselt: Taxler half Grundwehrdiener

Er kutschierte jungen Mann 350 Kilometer nach Osttirol – Dieser traf wenige Minuten vor dem Einrückungstermin dann in der Kaserne ein

Großes Glück im Unglück hatte am Freitag ein Grundwehrdiener, der in die Kaserne in Lienz in Osttirol einrücken sollte, jedoch um 5.15 Uhr fälschlicher Weise in Linz aus dem Zug gestiegen ist.

Der junge Mann hatte laut einem ORF-OÖ-Bericht das „e“ in Lienz überlesen, war in den Zug nach Linz gestiegen und fand sich 350 Kilometer von seinem Einrückungsort entfernt wieder. Verzweifelt stieg der Neo-Soldat daraufhin in ein Taxi am Linzer Bahnhof und meinte, er müsse in nicht einmal vier Stunden in Lienz in Osttirol sein.

Dem Taxifahrer tat der Grundwehrdiener so leid, dass er zusagte, die Fahrt bis Osttirol in knapp vier Stunden zu versuchen. Die beiden machten sich daraufhin auf den Weg, wobei erst während der Fahrt über den Fahrpreis gesprochen wurde.

170 statt 500 Euro als Fuhrlohn akzeptiert

Der Lenker zeigte sich äußerst kulant und wollte den jungen Mann um 500 Euro von Linz bis nach Osttirol fahren.

Der Soldat in spe hatte allerdings nur 170 Euro als Taschengeld für die ersten Wochen Grundwehrdienst bei sich und gab mit vielen Entschuldigungen dem Fahrer sein gesamtes Geld – dieser akzeptierte und nahm den fehlenden Rest des Fuhrlohns auf seine eigene Kappe.

Zwei Minuten vor dem Einrückungstermin erreichten die beiden auch tatsächlich die Kaserne in Lienz. Taxifahrer Robert Petschenik kehrte um und fuhr in die oö. Landeshauptstadst zurück.

Als er zu Hause seine unglaubliche Geschichte erzählte, reagierte man in der Taxizentrale 2244 noch einmal großzügig. Man will dem engagierten Taxifahrer seine Kosten erstatten und dem Grundwehrdiener auch noch die 170 Euro zurückgeben.

„Wie soll der junge Mann denn ohne Taschengeld beim Bundesheer über die Runden kommen?“, meinte dazu der Taxi 2244-Betriebsleiter.

Wie ist Ihre Meinung?