„Life is laff“

Austrofred und Razelli traf der „Schicksalsblitz“

Versteht es, sich in Pose zu werfen: Austrofred alias Franz Adrian Wenzl aus Steyr.
Versteht es, sich in Pose zu werfen: Austrofred alias Franz Adrian Wenzl aus Steyr. © APA/Georg Hochmuth

„Life is laff“, meinen Austrofred und Kurt Razelli. Aber nur in Bezug auf ihr erstes gemeinsames Album, das so betitelt ist und am Freitag erscheint. Doch langweilig oder fad ist an diesen zwölf Stücken nichts. Vielmehr funktioniert die Kombination aus übersteigerter Freddie-Mercury-Pose und 80er-Jahre-Rocksound erstaunlich gut. Es war ein „Schicksalsblitz“, der die Musiker zusammengeführt hat.

„Ich habe Austrofred gefragt“, klärt Razelli im Gespräch über die Entstehung der Kollaboration auf. Zuvor setzte der Produzent und Mashup-Künstler meist auf Wortschnipsel bekannter Persönlichkeiten, die er mit Hip-Hop-Beats unterlegte und dazu Videos auf YouTube veröffentlichte. „Ich war aber auf der Suche nach einem echten Sänger.“ Da flog ihm ein Flyer eines Austrofred-Konzerts zu und er ging hin: „Und nach der Performance war ich mir sicher: Er ist der ideale Sänger und Performer für mich.“

Von „Tupperparty-Girl“ bis zur neuen OÖ-Hymne

Vor zehn Jahren wäre die Zusammenarbeit wohl noch nicht denkbar gewesen, warf Austrofred — hinter dem Künstlernamen steckt der Oberösterreicher Franz Adrian Wenzl, auch bekannt als Sänger der Rockgruppe Kreisky — ein. „Alles muss ja erst reifen. Dass wir so viel Werkzeug zur Verfügung haben, passiert ja nicht automatisch.“ Und Razelli musste erst „einen Namen für mich aufbauen, dass ich an so einen Champion herantreten darf. Mit irgendjemandem machst du es ja auch nicht“, neckt er seinen Kollegen. „Stimmt. Ich habe erst die Altersweisheit und Größe finden müssen, dass ich auch jemanden heran lasse“, entgegnete dieser.

Der Humor spielt — wie immer schon bei den beiden Musikern — eine nicht unwesentliche Rolle. Dabei sollte man die Stücke von „Life is laff“ aber keineswegs als Klamauksongs abkanzeln, steckt doch viel zu viel Arbeit und Detailverliebtheit dahinter. Razelli hat seinem Sänger ein charmant retro klingendes Soundkleid aus Synthies, artifiziellen Gitarrensounds und knackigen Beats geschneidert, das wie angegossen passt. Und darüber singt Austrofred schon mal über die Menschheitsgeschichte („Vom Faustkeil bis zum Laser“), wird romantisch („Tupperparty Girl“) oder verpasst seinem Heimatbundesland Oberösterreich eine neue Hymne („VÖEST“).

Ursprünglich habe er eher Disco- und Funkelemente im Kopf gehabt, meinte Razelli. „Doch das wäre zu plump und schlagermäßig gewesen. Erst dann hat sich dieser Retro-Popsound herauskristallisiert.“ So hat er Nummer um Nummer zusammengezimmert und Austrofred vorgelegt. „Daraus hat er dann ausgewählt. Er hat einfach das Gespür, was das große ganze Album braucht“, nickt Razelli, der sich in Videos und auf der Bühne stets mit Schwarzenegger-Maske zeigt.

Der synthetische Klang verleihe dem Album einen „künstlichen Glanz“, so Austrofred. „Es soll ja auch nicht zu gut sein! Immerhin ist es ein bisserl lustig auch. Und Virtuosität und Humor vertragen sich ja recht schlecht in meinen Augen, auch wenn Frank Zappa das Gegenteil behauptet hat. Wenn eine Musik so ausgezirkelt ist, geht die Spontanität ab“, meint der Entertainer. „Ein leicht hingeschissenes Flair darf schon sein. Es ist letztlich eine Gratwanderung.“

Die gemeinsame Arbeit sieht das Duo, das auf seiner gemeinsamen Tour am 17. September in Weyer und am 26. Oktober in Linz Station macht, noch nicht als beendet an. „Es hat sich Lied für Lied weiterentwickelt“, so das Freddie-Double. „Gerade einige der letzten Stücke sind die besten geworden, das kann schon so weitergehen. Ein zweites Album spüre ich recht deutlich.“

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