Linz blickt in die Glaskugel

Ausstellung „TechVisionen“ zeigt, wie unsere Zukunft aussehen könnte

Bei der Ausstellung findet man auch einige ausgewählte Stücke von der Marssimulation im Oman vor, unter anderem einen Trainingshandschuh des Raumanzugsimulators Aouda.X.
Bei der Ausstellung findet man auch einige ausgewählte Stücke von der Marssimulation im Oman vor, unter anderem einen Trainingshandschuh des Raumanzugsimulators Aouda.X. © Andreas Huber

Von Andreas Huber

„Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden. Sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen.“ Dieses Zitat stammt vom deutschen Aktionskünstler Joseph Beuys und könnte auch als Leitmotiv für die am Mittwoch startende Sonderausstellung der Oö. Zukunftsakademie „TechVisionen – Neues aus der Zukunft“ im Schlossmuseum Linz gelten. Sie ist der neu hinzugekommene Teil der Dauerausstellung „Technik Oberösterreich“ und soll noch bis 31. März Zukunftsinteressierte, Hobby-Visionäre und Schulen anlocken. Dabei blickt die Oö. Zukunftakademie – ein Think Tank der Oö. Landesregierung – in die nahe, mittlere und ferne Zukunft und identifiziert für OÖ relevante Zukunftsthemen. Maßgebliche Innovationsfelder für die Erforschung und Entwicklung zukünftiger Technologien sieht sie vordergründig im Leichtbau, in der Mechatronik, in Informations- und Kommunikationstechnologien sowie in der Werkstoffforschung. Acht Aussteller – darunter heimische Unternehmen, Schulen und Hochschulen – stellen vor Ort technologische Entwicklungen „made in Upper Austria“ vor.

3D-Bodyscanner liefert exakte Körpermaße

Im Eingangsbereich des mit knapp 40 m² überschaubaren „Innovationsecks“ steht für die Besucher etwa ein 3D-Bodyscanner der Trauner Firma twinster GmbH bereit, der mit einer App in Selbstbedienung gesteuert werden kann. In drei Sekunden wird der Mensch vollständig vermessen – die verwendete Software generiert dabei mehr als 120 Messungen des Körpers. Besonders für die Bekleidungsindustrie erscheint diese Technologie durchaus interessant. Die individuellen Körpermaße werden digital erfasst und man könnte dann künftig in Online-Shops die richtige Konfektionsgröße ordern. Die HTL Leonding stellt mit „Leonie“ einen Avatar (3D-Hologramm) vor, der à la Alexa und Siri über Sprache von den Besuchern angesteuert werden kann.

Keine Sci-Fi mehr: Gedankensteuerung

Unter den weiteren Exponaten finden sich auch „Hauben“ zur Gedankensteuerung der Schiedlberger g.tec neurotechnology GmbH. Durch Gedanken lassen sich per Computer damit unterschiedliche Geräte ansteuern. Zum Einsatz kommen diese derzeit etwa im medizinischen Bereich zur Steuerung von Prothesen; es wird aber auch im Design- oder Gaming-Bereich intensiv geforscht. Und das Österreichische Weltraum Forum zeigt Technologien für eine Marsbesiedlung. Immerhin ist auch die Kolonisierung des Weltraums eines der größten Zukunftsziele der Menschheit. Im Schlossmuseum in Linz muss dafür erst einmal ein kleiner Schaukasten für diese (noch) kühne Zukunftsvision genügen. Der Eintritt zur Sonderausstellung ist im Museumsticket inkludiert.

Wie ist Ihre Meinung?