Linzer Bank nimmt kein Bargeld an

Konsument wollte Beleg in Linz bar einzahlen — Bank-Mitarbeiterin lehnte Transaktion aber ab

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Abgewiesen wurde gestern in einer Linzer Bank der 48-jährige Angestellte Gerhard G. mit dem Wunsch, einen Zahlschein bar einzuzahlen. In der Wirtschaftskammer zeigt man sich überrascht. Bislang seien derartige Beschwerden über Banken noch nicht eingelangt.
Abgewiesen wurde am Mittwoch in einer Linzer Bank der 48-jährige Angestellte Gerhard G. mit dem Wunsch, einen Zahlschein bar einzuzahlen. In der Wirtschaftskammer zeigt man sich überrascht. Bislang seien derartige Beschwerden über Banken noch nicht eingelangt. © Bilderbox

Von Harald Gruber

Da staunte Gerhard G. am Mittwoch nicht schlecht: vor den Weihnachtseinkäufen in der Linzer City wollte er in der Filiale der Bank Austria auf dem Linzer Hauptplatz noch schnell einen Zahlschein (Zahlungsbetrag 250 Euro) bar einzahlen — im Bewusstsein, dass dort eine entsprechende Gebühr (konkret 7,00 Euro) zu bezahlen sein würde. So weit kam der 48-jährige Angestellte dann aber gar nicht. Denn die Mitarbeiterin der Bank Austria lehnte die Durchführung der Transaktion ab. Argumentation: das Institut habe „seit rund 3 Wochen“ eine entsprechende Bestimmung zu befolgen und stehe daher für derartige (wohlgemerkt entgeltliche!) Dienstleistungen nicht mehr zur Verfügung. Die Mitarbeiterin nahm dem Konsumenten dann auch jede Hoffnung, bei einer anderen Bank mit der gewünschten Transaktion Glück zu haben.

Diese Vermutung erwies sich dann als falsch: 500 Meter weiter stadteinwärts wurde die Bareinzahlung bei Raiffeisen anstandslos durchgeführt — und das noch dazu mit 4,00 Euro Gebühr günstiger als von der Bank Austria (7,00 Euro) beziffert.

Der Geschäftsführer der Sparte Banken in der Wirtschaftskammer OÖ, Friedrich Filzmoser, zeigte sich am Mittwoch auf VOLKSBLATT-Anfrage überrascht von der Vorgangsweise der Bank Austria. Möglicherweise sei die Ablehnung der Transaktion auf ein seit dem Herbst geltendes neues Bundesgesetz gegen Geldwäsche und eine entsprechend strikte betriebsinterne Umsetzung in der Bank mit italienischem Mutterkonzern zurückzuführen. Ähnliche Beschwerden habe es bei der Wirtschaftskammer OÖ bislang jedenfalls noch nicht gegeben. Generell bezeichnet Filzmoser aber die den Banken aufgehalsten Vorkehrungen gegen Geldwäsche als „überzogen und bürokratisch“. Immerhin stünden Mitarbeiter an den Schaltern immer öfter vor der Entscheidung, Ausweise zu verlangen, Formulare auszufüllen oder im äußersten Fall sogar das Bundeskriminalamt einzuschalten. Dem hält Gerhard G, der am Mittwoch in der Bank Austria abgewiesene Konsument, aber zwei Dinge entgegen: „Erstens, hätte mir die Bank ja nichts geschenkt, ich hätte für die Dienstleistung ja eine Gebühr bezahlt. Und zweitens, wird doch hinter einem Überweisungsbetrag von 250 Euro niemand ernsthaft einen Geldwäscher vermuten …“