Linzer Forscher wollen Herzen nach Infarkt mit Elektronik reparieren

Winzige Lämpchen sollen in geschädigte Herzen gebracht werden und Nanoteilchen mit wachstumsanregender Wirkung aktivieren

hospital surgery with heart rate monitor
hospital surgery with heart rate monitor © fivepointsix - stock.adobe.com

LINZ — Herzinfarkte sind weltweit die häufigste Todesursache und hinterlassen bei Überlebenden geschädigte Herzen. Linzer Forscher wollen in einem EU-Projekt Möglichkeiten zur Reparatur erforschen. Sie entwickeln winzige elektronische Lampen, die implantiert werden, um ins Herz injizierte Nanoteilchen zu aktivieren, die Muskelzellen zum Wachsen bringen. Die Herzfunktion soll so wiederhergestellt werden.

Die implantierbaren Lichtquellen entwickelt ein Team um Martin Kaltenbrunner von der Abteilung Physik der Weichen Materie und dem „LIT Soft Materials Lab“ der Universität Linz. Kaltenbrunner ist Experte für „weiche Elektronik“, also höchst flexible elektronische Bauteile. Er will zunächst Mikro-Leuchtdioden (LEDs) verwenden, die sichtbares Licht emittieren.

Dieses regt Nanopartikel an, die seine Kollegen in Deutschland und Italien designen. Sie sollen über verschiedene natürliche Prozesse das Wachstum von gesunden Herzzellen anregen und direkt in diese hineingebracht oder an sie „angeheftet“ werden, während die Lichtquellen „nur“ in deren Nähe injiziert werden. „Auf diesem Wege kann Licht zur Zellstimulation angewandt werden, ohne genetische Eingriffe vorzunehmen“, erklärte er.

Zusätzlich zu den Lichtquellen will Kaltenbrunner auf die weichen Mikro-Platinen Messgeräte packen, etwa Temperatursensoren oder Photodetektoren (Lichtmesser). Das System wird im Labor entwickelt und soll später von Partnern des drei Mio. Euro schweren EU-Projekts „Lion-Hearted“ (Löwenherz) in Mäusen und Schweinen ausgiebig getestet werden, bevor es möglicherweise bei menschlichen Patienten zur Anwendung kommt.

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