Linzer Start-up erzeugt mit Fischwanderhilfe Ökostrom

Allein in Österreich müssen die Fische 30.000 Hindernisse passieren

Fishcon bietet mit einer innovativen Zwei-Kammern-Fischschleuse eine Lösung für die Wasserdurchgängigkeit.
Fishcon bietet mit einer innovativen Zwei-Kammern-Fischschleuse eine Lösung für die Wasserdurchgängigkeit. © Andreas Balon/tech2b

Das Linzer Start-up Fishcon rund um Bernhard Mayrhofer macht die Hürden der EU-Wasserrahmenrichtlinie für Wasserkraftwerk-Betreiber einfacher. Diese sieht vor, dass die Fischwanderung ermöglicht wird, um die Wasserdurchgängigkeit zu gewährleisten.

Bedarf riesig

„Fischwanderhilfen werden dringend gebraucht“, so Gründer und Geschäftsführer Bernhard Mayrhofer im VOLKSBLATT-Gespräch. Denn im anderen Fall müsste man die Querbauwerke, sprich Hindernisse für die Fische schließen, was wiederum die Stromversorgung einschränken würde.

Die Lösung von Mayrhofer allerdings schafft einen Mittelweg, der zudem auch noch kostengünstiger und platzsparender als herkömmliche Wanderhilfen ist. Mit zwei Kammern im Ober- und Unterwasser können die Fische ganz leicht durchschlüpfen. Eine Turbine im Verbindungsrohr drosselt die Fließgeschwindigkeit und kann so Ökostrom erzeugen.

Das Patent hat der 35-jährige Techniker seit 2016. Das Unternehmen wurde zwei Jahre später gegründet, nachdem die Forschungsanlage an der Universität für Bodenkultur erfreuliche Ergebnisse brachte. Bei dem Weg in die Selbstständigkeit wurde er vom tech2b-Inkubator vom Land OÖ unterstützt.

Gefertigt wird die Fischwanderhilfe vom Partnerunternehmen KFD der Familie Drack, das mit 25 Prozent am Unternehmen beteiligt ist. Die erste Pilotanlage ging noch im selben Jahr an der oberösterreichischen Lippenanner-Wehr an der Alm in Betrieb.

Weitere Anlagen geplant

Nach einer zweiten Pilotanlage am Aschacharm, die unter anderem einen 700 Meter langen Aal als Passant in Untersuchungen vorweisen konnte, plant Fishcon fünf weitere Anlagen in Oberösterreich und Deutschland. „Die Anfragen sind enorm“, wie Mayrhofer erklärte. Allein in Österreich gibt es 30.000 Hindernisse für die Fische.

Neben dem heimischen Markt kommt das Interesse aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz. Hierbei sei Mayrhofer sowohl mit Wasserkraftwerksbetreibern, als auch mit Verantwortlichen der öffentlichen Hand im Gespräch. Ziel des Unternehmens ist mittelfristig 100 Stück jährlich zu verkaufen.

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