Linzer Tourismusprofi stellt sich Bürgermeisterwahl in Passau

Georg Steiner will Oberbürgermeister werden

„Ich möchte für Passau Perspektiven entwickeln und Entwürfe für eine gute Zukunft vorantreiben.“
„Ich möchte für Passau Perspektiven entwickeln und Entwürfe für eine gute Zukunft vorantreiben.“ © privat

Er ist in Oberösterreich zwar kein Unbekannter. Denn seit nunmehr 13 Jahren zeichnet Georg Steiner als Tourismusdirektor für die Vermarktung der Landeshauptstadt Linz und damit für deren Position als Touristendestination verantwortlich. Dass er waschechter Bayer ist, ist ebenso kein Geheimnis und ließe sich überdies ob seines eindeutig zuordenbaren Dialekts auch nicht verheimlichen.

Dennoch gibt es eine Seite an ihm, die hierzulande nicht allgemein bekannt ist. Denn der 61-jährige Steiner ist in seiner Heimatstadt Passau mit Leidenschaft politisch aktiv – und das sogar in einer Spitzenfunktion: Er wird am 15. März bei der Kommunalwahl antreten und geht dabei für die CSU als Spitzenkandidat um das Amt des Oberbürgermeisters ins Rennen.

Leidenschaft für Passau als politischer Anreiz

Auf die Frage, warum er sich den Wahlkampf antut und gegen den seit 2008 regierenden SPD-Bürgermeister Jürgen Dupper antritt, kommt die Antwort sofort: „Weil mein Herz für meine Heimatstadt schlägt!“ Und bei den Gesprächen mit den Menschen in der Stadt habe er immer wieder die Sorge gehört, dass die bisherige Politik „mehr verwaltet als gestaltet“ und daher die großen Herausforderungen der Zukunft nicht im Sinne von Passau lösen könne.

Stich.wort

Die „Dreiflüssestadt“ Passau

Passau ist eine Stadt im deutschen Niederbayern nahe der Staatsgrenze zu Oberösterreich. In ihr fließen die Donau, der Inn und die Ilz zusammen, weshalb Passau auch als „Dreiflüssestadt“ bezeichnet wird. Im Rampenlicht steht die Stadt unter anderem, weil dort jährlich der politische Aschermittwoch der deutschen CSU stattfindet. Politisch hat es in den vergangenen Jahren Veränderungen gegeben: Bis 2008 verfügte die CSU über eine Mehrheit im Stadtrat mit 44 Mitgliedern und stellte meist den Oberbürgermeister. Seit 2008 haben CSU und SPD mit jeweils zwölf Stadträten ex aequo die Spitzenposition inne, seitdem ist der SPD-Politiker Jürgen Dupper Oberbürgermeisters Am 15. März finden die nächsten Kommunalwahlen statt.

Zu diesen Herausforderungen gehört unter anderem das Verkehrsthema, berichtet Steiner im VOLKSBLATT-Gespräch: „Die täglichen Verkehrsstaus sind eine richtige Belastung für die Menschen in unserer Stadt.“

Verkehr, Wirtschaft und Jobs stehen im Fokus

Daher brauche es ein tragfähiges Verkehrskonzept, das sanfte Maßnahmen ebenso vorsehe wie den Bau neuer Brücken und Tunnel. Auch für die Wirtschaft und damit für sichere und vor allem auch für neue Arbeitsplätze müsse man rechtzeitig nachhaltige Perspektiven entwickeln, betont Steiner im VOLKSBLATT-Gespräch, „damit Passau die lebenswerte Stadt bleiben kann, die sie jetzt ist.“ Derzeit lebe man von der Substanz. „Da gibt es die Gefahr, dass man zurückfällt, weil andere Städte in unserer Umgebung hungriger und aktiver sind.“

Ein Profi bei nachhaltiger Stadtentwicklung

In Sachen städtischer Konzepte und nachhaltiger Stadtentwicklung ist Steiner ein Profi, wie er nicht zuletzt auch in Linz bewiesen hat: Im vergangenen Jahr hat die Landeshauptstadt 934.944 Nächtigungen registriert, was ein Allzeithoch und ein Plus von 13,7 Prozent im Jahresvergleich darstellt.

Wenn er die Wahl gewinnt, „würde ich natürlich auch mit einem weinenden Auge aus Linz weggehen, denn es schlagen schon zwei Herzen in meiner Brust“. Die neue Aufgabe würde er aber mit vollem Elan angehen. Linz würde dann zwar einen Tourismusprofi verlieren, Passau aber einen neuen Oberbürgermeister gewinnen.

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