„Linzer Verkehrsprobleme zuerst auf ebener Erde lösen“

Vizebürgermeister Baier (ÖVP) lässt an 150 Mio.-Euro-Seilbahnprojekt von Luger (SPÖ) und Hein (FPÖ) kein gutes Haar

Luftschloss oder nicht? Die geplante Seilbahn vom Bahnhof Ebelsberg bis zur Linzer Haftencity mit Verlängerungsoption zum Pichlinger See.
Luftschloss oder nicht? Die geplante Seilbahn vom Bahnhof Ebelsberg bis zur Linzer Haftencity mit Verlängerungsoption zum Pichlinger See. © Stadt Linz

Kein gutes Haar lässt die Linzer ÖVP an dem neuen Lieblingsprojekt von SPÖ und FPÖ im Verkehrsbereich – einer geplanten, zehn Kilometer langen Seilbahn zwischen dem Bahnhof Ebelsberg und der künftigen Hafencity samt Verlängerungsoption bis zum Pleschinger See. „Priorität muss die Umsetzung der zweiten Schienenachse haben. Dafür braucht es auch die finanzielle Unterstützung des Bundes. Die Nahverkehrsmilliarde bietet die Chance, dass eine Realisierung nun trotz maroder Stadtfinanzen erfolgen kann“, betont Vizebürgermeister Bernhard Baier.

Die ÖVP spricht sich für eine Priorisierung der Verkehrsprojekte aus und hält nichts davon, jeden Monat eine andere Idee aus dem Ärmel zu zaubern. Daher werde man den Seilbahn-Plänen im Gemeinderat nicht zustimmen.

Bund soll Hälfte zahlen

In einer gemeinsamen Pressekonferenz gaben am Donnerstag Bürgermeister Klaus Luger und Infastrukturreferent Vbgm. Markus Hein bekannt, bezüglich des Seilbahnprojektes bei Ministerin Leonore Gewessler vorstellig zu werden. Das Projekt könne nur realisiert werden, wenn der Bund die Hälfte der Kosten von 150 Mio. Euro übernimmt. Die Seilbahn ist laut SPÖ und FPÖ ab Finanzierungszusage binnen vier Jahren umzusetzen, wobei mit mehr als 40.000 Fahrgästen pro Tag gerechnet wird. Pendler könnten damit das Voest-Gelände in nur neun Minuten vom Bahnhof Ebelsberg aus erreichen. Um angenommen zu werden, müsse die Seilbahn, die auch billiger und schneller realisierbar sei als die Linzer Osttangente, in den OÖ Verkehrsverbund integriert werden.

Eine Absage zu den Seilbahn-Plänen kommt auch von Grünen-Verkehrssprecher Klaus Grininger. Projekte, die die Stadt dringend brauche, wie den Westbahn-Ausbau, müssten Vorrang vor einem Seilbahn-Luftschloss haben. Und aus dem Büro von Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner verlautet auf VOLKSBLATT-Anfrage, dass die Linzer Osttangente zur Entlastung der A7 im Linzer Stadtgebiet essenziell sei.

hw

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