Linzer wurden in Wien gefeiert

Poschner und sein Bruckner Orchester im Großen Musikvereinssaal

Der sechsteilige Konzertzyklus „Musik der Meister“ im Großen Musikvereinssaal bringt den Wienern verschiedene Gastorchester zum Vergleich. Am Samstag gastierte das Bruckner Orchester mit seinem Chef Markus Poschner in dieser Reihe. Ein voller Saal und Gerangel am Stehparterre zeigten schon zu Beginn, wie neugierig man war, Bruckner in der Interpretation des Orchesters zu hören. Zu Beginn stand mit Mozarts „Haffner“-Sinfonie eine gute Wahl am Programm, die mit Bravour gemeistert wurde.

Nach der Pause war Bruckner dran, die 6. Sinfonie. Markus Poschner fasste das „Majestoso“ gleich zu Beginn mit vitaler Prunkhaftigkeit und vollem Orchesterglanz an, dessen ständig pulsierender Rhythmus zu den leuchtenden Schlusstakten führt. Mit weit ausholenden Armbewegungen lenkte er die feierliche Grundstimmung im Streicherklang des Adagio und steuerte die Angriffslust der schmetternden Fanfaren im Scherzo bis hin zum strahlenden Finale.

Das groß besetzte Bruckner Orchester mit acht Kontrabässen, großem Blech, virtuosen Holzbläsern und sattem Streicherklang füllte den Bühnenplatz. Der Jubel der Konzertbesucher nach diesem Bruckner war ein enthusiastischer. Die Linzer wurden gefeiert — viermal musste Poschner kommen, die Solisten wurden mit Applaus noch einmal extra aufgerufen. grub

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