Liverpool angeschlagen: Außenseiter Leipzig wittert Chance

RB Leipzig wittert vor dem Duell mit Liverpool im Achtelfinale der Fußball-Champions-League seine Chance. Die „Reds“ sind in der Premier League nach drei Niederlagen in Folge derzeit schwer angeschlagen, die Titelverteidigung scheint bereits früh abgeschrieben. Für Julian Nagelsmann macht das die Aufgabe für sein Team aber nicht unbedingt leichter.

„Die Ergebniskrise haben sie nicht in der Champions League, sondern in der Premier League. Dort haben sie den Titel abgehakt, und ihr Fokus liegt jetzt nur noch auf der Champions League. Sie werden versuchen, die negativen Dinge abzuschütteln“, sagte Leipzigs Cheftrainer vor der Partie am Dienstagabend (21.00 Uhr/live DAZN). Gespielt wird in der Puskas Arena in Budapest, da die Engländer aufgrund der strengen Reiserestriktionen nicht in Deutschland einreisen durften.

Im zweiten Dienstag-Hinspiel trifft der FC Barcelona im Camp Nou auf Paris Saint-Germain. Lionel Messi wurde von seinem Trainer Ronald Koeman vorab „fantastische Form“ bescheinigt. Bei den Franzosen fällt mit dem ehemaligen Barca-Profi Neymar der Star der Mannschaft aus, auch Angel Di Maria ist verletzt. PSG-Coach Mauricio Pochettino betonte nichtsdestotrotz: „Wir müssen am Dienstag bereit sein. Und wir werden bereit sein.“ Pikantes Detail: Seit Monaten halten sich Gerüchte, dass Paris intensiv um Messi wirbt.

Noch in Leipzig weilend, sah Nagelsmann den Gegner trotz aller Probleme als „leichter Favorit“. Während sein Team bis auf Emil Forsberg in Bestbesetzung antreten kann, plagen Liverpool seit Wochen Personalprobleme. Abwehrchef Virgil van Dijk sowie die weiteren Innenverteidiger Joel Matip und Joe Gomez stehen nicht zur Verfügung, Mittelfeld-Stratege Jordan Henderson musste zuletzt im Abwehrzentrum spielen. Genau da wollen Marcel Sabitzer und Co. ansetzen. „Wir müssen so viel Druck aufbauen, dass die eine oder andere Verteidigungssituation nicht hundertprozentig sitzt“, betonte Nagelsmann.

Auf die Diskussion, dass man in der Coronakrise 800 km zu einem Heimspiel fliegt, will man sich bei Leipzig nicht einlassen. Man sei als Fußballer nicht in der Position, sich zu beschweren. Einfluss auf die Vorbereitung hat das ohnehin nicht. „Ich gehe jedes Spiel gleich an, ob heim oder auswärts“, sagte Nagelsmann. Torhüter Peter Gulacsi sah das vor seinem „Heimspiel“ in der Puskas-Arena anders. „Es ist natürlich ein Unterschied, allein von den Abläufen her“, meinte der ungarische Nationalspieler.

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Vier Pflichtspiele in Folge hat Leipzig zuletzt gewonnen. Jürgen Klopp kann von so einer Serie momentan nur träumen. Der Deutsche wurde vor dem Spiel aber weniger über sportliche Dinge, sondern sein persönliches Wohlbefinden befragt. Klopp konnte bekanntlich nicht zur Beerdigung seiner verstorbenen Mutter nach Deutschland reisen. Man müsse sich um ihn aber keine Sorgen machen, hielt der 53-Jährige fest. „Ich brauche keine Pause“, sagte er auf diesbezügliche Gerüchte angesprochen. Die Leistungen seines Teams seien nicht so schlecht, hielt Klopp fest. „Wir haben zuletzt individuelle Fehler gemacht. Diese haben wir besprochen.“

Barcelona wärmte sich mit einem 5:1 gegen Alaves samt einem Messi-Doppelpack auf. Koeman schonte dabei Linksverteidiger Jordi Alba, sein Superstar erhielt keine Pause. „Wir wissen, wie entscheidend er sein kann und derzeit ist er in Stimmung. Mit ihm in Form ist alles einfacher“, klärte der Barca-Coach über Messis aktuelle Form auf. Um PSG zu schlagen bräuchte es aber natürlich eine geschlossen starke Mannschaftsleistung, stellte Koeman nichtsdestotrotz fest. Abwehrchef Gerard Pique könnte am Dienstag ein Comeback geben.

Eine zusätzliche Note erhält das Duell durch seit Monaten anhaltende Gerüchte, wonach sich PSG im Sommer die Dienste von Messi sichern will. Der Vertrag des Argentiniers bei seinem Langzeitclub läuft bekanntlich aus. In Frankreich wird spekuliert, dass Paris gehörig Mittel frei machen müsste, um sich Messi leisten zu können. So soll ein Transfer nur dann möglich sein, wenn Jungstar Kylian Mbappe abgegeben wird. Der 22-Jährige soll bei Real hoch im Kurs stehen. In Barcelona betonte Alba eines: „Messi gibt 100 Prozent für Barcelona. Er wird seine Entscheidung am Ende der Saison fällen.“

Erinnerungen werden an das Achtelfinal-Duell 2016/17 wach. PSG gewann damals zu Hause 4:0, ging im Rückspiel in Barcelona aber spektakulär mit 1:6 unter. Unter Pochettino hat sich der aktuelle Zweite der Ligue 1 national immerhin gefangen. Neben Mbappe spielte sich zuletzt Moise Kean ins Rampenlicht. Der Italiener hält bei zehn Saisontoren in der Ligue 1.

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