Lopatka-Prozess: Verteidigung zog Rechtsmittel zurück

Die Frist für Rechtsmittel gegen das unterfertigte Urteil im Fall des oststeirischen Arztes Eduard Lopatka war bis Freitag angesetzt und laut Gerichtssprecherin Barbara Schwarz hat die Verteidigung des Mediziners alle Rechtsmittel zurückgezogen. Die Staatsanwaltschaft ging in Strafberufung, zog aber Nichtigkeit und Schuld zurück. Damit ist das Urteil weiterhin nicht rechtskräftig.

Der Arzt war im Juli 2019 wegen Quälens seiner vier Kinder und unerlaubten Waffenbesitzes zu einer bedingten Freiheitsstrafe von vier Monaten und einer Geldstrafe in der Höhe von 1.920 Euro verurteilt worden. Angeklagt war auch gewesen, dass die Kinder ihrem Vater Spritzen setzen mussten. Diesen Tatbestand sah Richter Oliver Graf nur beim Sohn erfüllt. Die weiteren Selbstverletzungen wie der oft zitierte Vorfall mit dem Schraubenzieher, den ihm eines der Kinder aus dem Bauch ziehen musste, sah der Richter nicht als strafbar an.

Der Richter stützte sich auf das psychologische Gutachten von Adelheid Kastner, die den Angeklagten zwar als manipulativ und inhuman beschrieb, aber eine Persönlichkeitsstörung ausschloss. “Wir hatten schon lange kein Vertrauen mehr in die steirische Justiz und wollten, dass dieses Strafverfahren in ein anderes Bundesland verlegt wird, was leider abgelehnt wurde”, so die Kinder in einer Aussendung. Der Prozess war bereits die zweite Auflage des Verfahrens gewesen, beim ersten Mal war der Arzt freigesprochen worden.

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