L’Orfeo Barockorchester: Georg Philipp Telemann. Wind Overtures Vol.1 (cpo)

Wenn die Bläsergarde aus Michi Gaiggs hervorragendem „L’Orfeo Berockorchester“ eine Aufnahme von Georg Philipp Telemanns Wind Overtures Vol. 1 vorlegt, dann ist authentische Nachzeichnung von Barockmusik garantiert. Die kammermusikalische Besetzung in den fünf Ouvertüren setzt sich zusammen aus Carin von Heerden und Philipp Wagner (Oboe), Stephan Katte und Sebastian Fischer (Horn), Nikolaus Broda (Fagott), angereichert durch die Laute von Daniele Caminiti und das Cembalo von Anne Marie Dragosits für basso continuo. Sie entlassen den Hörer keine Minute in eine Spannungslosigkeit oder Langeweile, verführen doch die zwischen Militärmusik, Jagdmusik und höfischer Tafelmusik angesiedelten Werke in das reich bestellte Feld der historisch bedeutenden Harmoniemusik. Über die attraktive, überraschend volle und runde Klanglichkeit der Bläserstimmen kann man nur staunen, das wird unterstützt noch von einer großartigen Aufnahmetechnik. Seit 2009 arbeitet das Bläserensemble des L’Orfeo an der Homogenität und den instrumental vorgegebenen vielen Ausdrucksvarianten und verführt in das höfisch elegante Musikleben zur Zeit Telemanns. Die auf unbekanntes Repertoire spezialisierte Firma cpo macht hier wieder Ernst mit der Entdeckung eines veritablen Schatzes zur Freude der Alte Musik Liebhaber. Mögen diese sich das anhören.

Georgina Szeless