LR Achleitner: „Comeback-Plan für den Sport“

Landesrat Markus Achleitner über Soforthilfen und den Weg zurück

Videokonferenzen sind für Landesrat Markus Achleiter derzeit an der Tagesordnung. © Land OÖ

Egal, ob kleiner Sportverein oder Profi-Betrieb, die finanziellen Auswirkungen sind — aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung — in Relation betrachtet „überall gleich dramatisch und ganz ähnlich wie in der Wirtschaft“, weiß Sport-Landesrat Markus Achleitner.

Die Herausforderung formulierte er am Mittwoch in einer Video-Pressekonferenz mit den wichtigsten Medien des Landes unmissverständlich: „Es geht jetzt darum, wie man die Strukturen erhält und durch die Krise bringt.“

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„Bin froh, dass in solchen Dimensionen gedacht wird“

Diesbezüglich gelte es zunächst einmal, das Unterstützungspaket des Bundes, das voraussichtlich nächste Woche präsentiert wird, abzuwarten. Dass Sportminister Werner Kogler, mit dem Achleitner diesbezüglich in regem Austausch gestanden ist, in der Dimension von ‘einigen hundert Millionen Euro, die das kosten kann’ gesprochen hat, findet natürlich Zustimmung. „Ich bin, froh, dass in solchen Dimensionen gedacht wird und dass auch die Vergleichbarkeit mit Wirtschaftsbetrieben gesehen wird. Es fallen ja ebenfalls weiter Kosten an, obwohl der Spielbetrieb nicht ausgeführt werden kann“, betonte Achleitner.

Sein Zwischenfazit: „Es geht um Liquidität.“ Deshalb wurden vorab auf Landesebene auch schon einige Maßnahmen getroffen:

Förderungen ausbezahlt, Härtefonds installiert

Es wurde beschlossen, dass alle zugesagten Förderungen sofort und nicht auf Raten ausbezahlt werden.

Auch bei Absagen von Veranstaltungen gibt es keine Kürzungen der Förderungen. „Weil ja in der Organisation immer Vorleistungen erbracht werden mussten“, so Achleitner.

Zudem wurde ein Härtefond eingerichtet und mit fünf Millionen Euro dotiert — für Sport und Kultur in der Aufteilung 50:50. „Wir kennen die Kriterien des Bundes ja nicht, aber wenn es da Härtefälle gibt, wollen wir als Land helfen können“, erklärte Achleitner.

„Werden mit Virus leben lernen müssen“

Das Runterfahren von ganz Österreich sei „das einzig Richtige gewesen, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet wird“, weiß Achleitner. Ihm ist aber klar, dass diese Krankheit uns noch länger begleiten wird. Zumindest, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. „Wir werden mit dem Virus leben lernen müssen und können uns nicht auf Dauer so wie jetzt einsperren“, so der Landesrat.

Deshalb gelte es „auch im Sport zu überlegen, wie und mit welchen flankierenden Maßnahmen wir wieder schrittweise und verantwortungsvoll in Betrieb kommen. Der Sport braucht einen Comeback-Plan“, erklärte Achleitner, dem eine bundesweit einheitliche Vorgehensweise vorschwebt. Wie die ausschauen könnte, skizziert Achleitner so.

„Profisportlern ihren Beruf wieder ermöglichen“

Nach Ostern soll das Olympiazentrum in Linz für die Profisportler wieder geöffnet werden, damit sie ihrem Beruf nachgehen können und sich auf den kommenden Winter oder die Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokio vorbereiten können. „Wir haben von Experten ein Konzept ausarbeiten lassen, das Einzelanreise im Pkw, keinen Kantinenbetrieb, Duschen daheim, Masken für Trainer und natürlich die Einhaltung von großzügigen Abstandsregeln beinhalten“, so Achleitner.

Im Breitensport sei Hausverstand gefragt. Einzelsportarten und Outdoor seien diesbezüglich im Vorteil: „Warum soll man Tennis oder Golf in einem ersten Schritt nicht ermöglichen“, fragt Achleitner.

„Der Schiedsrichter ist die Gesundheit“

Schwieriger sei die Sache in einer Sportart mit Körperkontakten, wie dem Fußball. „Der Schiedsrichter ist auch da die Gesundheit, die geht vor.“ Als ersten Schritt kann sich Achleitner vorstellen, dass den Klubs Training in Kleingruppen erlaubt wird — unter genau definierten Bedingungen, ähnlich jenen des Olympiazentrums. „Die Vereine machen sich da sehr viele Gedanken.“

Bundesliga-Fortsetzung weckt Begehrlichkeiten

Wie es mit der Fußball-Bundesliga weitergeht, wagt Achleitner nicht zu prognostizieren. Zumal es diesbezüglich auch eine internationale Abstimmung mit den anderen Ligen und der UEFA brauche und es viele Unwägbarkeiten, auch im Falle von Geisterspielen, gebe. Zudem würde eine frühzeitige Fortsetzung der Bundesliga viele Begehrlichkeiten im Amateur- und Nachwuchsbereich wecken. „Die Kluft zwischen Breiten- und Spitzensport würde noch größer“, warnte Achleitner.

Bei Abbruch: „Es wäre der fairste Zeitpunkt“

Sollte man die Saison tatsächlich nicht zu Ende spielen können, dann wäre der Zeitpunkt mit 22 absolvierten Runden — jeweils Hin- und Rückspiel — für Achleitner „der fairste, den es gibt. Wie man das dann wertet, müssen ÖFB und Bundesliga entscheiden.“

Wobei er auch zu bedenken gab, im Fall der Fälle nicht auch noch „eine rechtliche Krise“ entstehen zu lassen. Soll heißen: St. Pölten (als Tabellenletzter) und die SV Ried (als Zweitliga-Tabellenführer) klagen gegen den Abstieg oder Nicht-Aufstieg. „So eine Krise verlangt drastische, unkonventionelle Maßnahmen“, betont Achleitner. Er könne, entsprechende Solidarität unter den Klubs vorausgesetzt, einer 14er-Bundesliga „etwas abgewinnen“.

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