Luchse im Nationalpark sollen medizinisch untersucht werden

Tierärzte sollen Grund für chronischen Nachwuchsmangel bei den Pinselohren finden – Zuerst müssen sie aber noch in die Falle gehen

Bei den Luchsen im Nationalpark Kalkalpen will sich kein Nachwuchs einstellen. Tierärzte sollen jetzt die Gründe dafür finden.
Bei den Luchsen im Nationalpark Kalkalpen will sich kein Nachwuchs einstellen. Tierärzte sollen jetzt die Gründe dafür finden. © ondrejprosicky - stock.adobe.com

Einen ungewöhnlichen Weg geht man jetzt im Nationalpark Kalkalpen, um dem Besorgnis erregenden Nachwuchsmangel bei den Luchsen auf die Spur zu kommen.

Die Tiere sollen einem medizinischen Check unterzogen werden. Weil sie das eher nicht freiwillig tun werden, sollen sie dazu eingefangen werden. Diese Woche werden die Fallen aufgestellt.

Das Problem beschäftigt die Verantwortlichen bereits seit Jahren. Trotz offenkundiger Paarungsbereitschaft und -tätigkeit der insgesamt sechs Tiere (jeweils drei Männchen und drei Weibchen) stellt sich seit Jahren kein Nachwuchs ein.

Zum letzten Mal wurde 2018 ein Jungtier gesichtet und per Fotofalle dokumentiert, allerdings gibt es seither kein Lebenszeichen mehr, wie Nationalpark-Sprecher Franz Sieghartsleitner gegenüber dem VOLKSBLATT schildert.

Auch in den letzten beiden Jahren hätte es keinerlei Hinweise auf Nachwuchs gegeben, weshalb man jetzt den Ursachen dafür wissenschaftlich auf den Grund gehen will.

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Daher hat man sich aus dem Nationalpark Bayerischer Wald zwei Kastenfallen ausgeliehen, mit denen man versuchen wird, eines der scheuen Tiere einzufangen. Mit Hilfe von Veterinärmedizinern der Uni Wien sollen dann Untersuchungen durchgeführt werden. Sollte sich dabei herausstellen, dass tatsächlich eine Krankheit vorliegt, müsse man sich weitere Maßnahmen überlegen.

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