Ludovico Einaudi: 12 Songs From Home

Der 65-jährige Turiner Komponist Ludovico Einaudi hat während des Lockdowns das Album „12 Songs from Home“ daheim mit seinem Klavier aufgenommen, seine Frühlingstour musste er verschieben.

Einaudi ging bei Luciano Berio in die Lehre und galt alsbald als einer der bekanntesten Pianisten und Komponisten Italiens. Heute ist er ein international wichtiger Vertreter des aktuellen neoklassizistischen Schreibstils, den man hier allerdings nicht heraushört. „12 Songs from Home“ sind ein Spiegelbild seiner von der gegenwärtigen Kunstsituation verwundeten Seele. Ein Song klingt trauriger als der andere, die ruhig-beschaulichen Melodien verführen zum Singen, die scheinbar-simple Musik erinnert an das Bekenntnis eines Minimalisten.

Eine Definition, die Einaudi für sich nicht gelten lässt, genauso nicht eine formale Klassifizierung seiner einfallsreichen Vertonungen, deren Vielfalt schon Titel wie „Earth Prelude“, „High Heels“, „Walk“ oder „Elegie“ verraten. Alle aus der Hand eines emotional aufgeladenen Pianisten mit differenzierter Anschlagskultur, meist Piano vorgetragen, verspielt-überlegen oder banale Illustrationen, wie sie Einaudi als Filmkomponist beherrscht. Die Lieder stimmen zuweilen traurig, zugleich wohnt ihnen auch eine Fröhlichkeit inne, wie etwa im Song „Tu sei“. Genau das richtige Tondokument für Stunden der Besinnung zuhause.

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