„Luft nach oben“ beim Frauenanteil

Ministerin Bogner-Strauß will Frauen Mut machen, in die Politik zu gehen

Um den Frauenanteil in der Politik zu steigern, setzen Ministerin Juliane Bogner-Strauß und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka auch darauf, Frauen Mut zu machen, sich politische Aufgaben auch zuzutrauen.
Um den Frauenanteil in der Politik zu steigern, setzen Ministerin Juliane Bogner-Strauß und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka auch darauf, Frauen Mut zu machen, sich politische Aufgaben auch zuzutrauen. © APA/Hochmuth

Frauen sind in der Politik unterrepräsentiert — man sei zwar auf gutem Wege, „aber es gibt Luft nach oben“, befinden Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (beide ÖVP) im APA-Interview zum 100-jährigen Frauenwahlrechts-Jubiläum.

Der Frauenanteil im Nationalrat beträgt gut 37 Prozent, unter den Bürgermeistern nur knapp acht Prozent. Die ÖVP versuche, mittels Mentoring- und Coachingprogramm mehr junge Frauen für die Politik zu motivieren, erklärt Bogner-Strauß. Und zwar „über Frauen, die sich zugetraut haben, in die Politik zu gehen“, denn „Mut haben“ sei ein wichtiger Punkt, glaubt die Ministerin. Man dürfe freilich auch nicht verbergen, dass der Job auch unangenehme Seiten habe: „Das Eis ist manchmal dünn, es bedarf viel Energie in der Politik und Frauen trauen sich oft einfach zu wenig zu“ — nicht nur in der Politik. “

Sobotka stimmt dem zu —es brauche eine Vertiefung des Mentorings und Coachings, betont er. Denn die Gesellschaft gehe mit Frauen kritischer um, und immer noch spielten bei ihnen etwa Äußerlichkeiten eine größere Rolle in der Bewertung. „Die Politik kann unterstützend wirken, aber es braucht einen gesamtgesellschaftlichen Zugang, dass man dort, wo man Positionen besetzen kann, einmal grundsätzlich Frauen ermuntert, sich diese Aufgabe zuzutrauen.“ Eine Quote in der Politik lehnt Sobotka — unter Verweis auf den Wählerwillen —ebenso ab wie einen Gleichstellungsbonus in der Klubförderung. Außerdem werde dann immer von „Quotenfrau oder Bonusfrau“ gesprochen. „Wir müssen die Gleichberechtigung anders schaffen, das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt er und verweist darauf, dass etwa die ÖVP auf ihren Listen mit einem Reißverschlusssystem arbeite.