Luftenberg: Unmut über Abzocke mit Steuer auf Freizeitwohnungen

Für Null Leistung am Ausee verlangt Gemeinde maximale Pauschale

Empörung bei Dauercampern und Kleinhausbesitzern am Ausee: Obwohl durch die Donau von jeglicher kommunaler Dienstleistung abgeschnitten, kassiert die Gemeinde Luftenberg die höchstmögliche Freizeitwohnungspauschale.
Empörung bei Dauercampern und Kleinhausbesitzern am Ausee: Obwohl durch die Donau von jeglicher kommunaler Dienstleistung abgeschnitten, kassiert die Gemeinde Luftenberg die höchstmögliche Freizeitwohnungspauschale. © Fly Tomtom

Die Telefone liefen am Mittwoch heiß im Gemeindamt in Luftenberg (Bez. Perg). Am Vortag hatten 394 „Zweitwohnsitzer“ ein Schreiben erhalten, in dem ihnen Bürgermeisterin Hilde Prandner (SPÖ) die Höhe der per 1. Dezember zu überweisenden Freizeitwohnungspauschale mitteilt.

Der Großteil der Betroffenen — 380 — hat ein kleines Häuschen oder einen Wohnwagen in der Freizeitanlage Ausee.

Höchstzuschlag …

Christa Ségur-Cabanac, Betreiberin der Anlage, findet die ihren Pächtern vorgeschriebenen Beträge „empörend“. Denn die Gemeinde schöpft die im oö. Tourismusgesetz eröffneten Möglichkeiten voll aus. Demnach müssen Gemeinden für Freizeitwohnungen bis 50 Quadratmeter Fläche 72, für größere Einheiten 108 Euro verlangen. Im Ermessen der Gemeinden liegt es, einen Zuschlag im Ausmaß des eineinhalbfachen bzw. doppelten Mindestbetrages einzuheben. Während sich andere Gemeinden wie etwa Bad Zell mit dem Minimum begnügen, hat der Luftenberger Gemeinderat gegen die Stimmen der ÖVP den höchstmöglichen Zuschlag beschlossen. Am Ausee fallen somit jährlich pro Zweitwohnung bzw. Wohnmobil 180 Euro (unter 50 m²) und 324 für größere Einheiten an.

… falsch berechnet …

Neben der Höhe des vorgeschrieben Betrages sorgt auch die Berechnungsmethode für Unmut: So beklagt ein Eigentümer, dass ihm die Pauschale für eine Wohnung über 50 m² vorgeschrieben wurde, obwohl die Wohnfläche nur 37 m² beträgt. Mögliche Erklärung der Diskrepanz: Ségur-Cabanac hat der Gemeinde einen Vermessungsplan übergeben, aber, wie sie zum VOLKSBLATT sagt, ausdrücklich hinzugefügt, dass die dort angegebenen Dachflächen nicht ident seien mit den jeweiligen Wohnflächen. Nach den tatsächlichen Wohnflächen hat sich die Gemeinde bei den 380 Parzellenbesitzern am Ausee aber gar nicht erst erkundigt.

… ohne Gegenleistung

Amtsleiter Manfred Mazanek verweist auf die Einspruchmöglichkeit und dass man sich das dann noch einmal anschauen würde. Er bestätigt auch, was die sich abgezockt Fühlenden besonders aufregt: Für das Geld gibt es nämlich keine kommunalen Dienstleistungen wie Müllabfuhr, Schneeräumung oder Infrastukturmaßnahmen. Das ist auch praktisch unmöglich, da die Freizeitanlage Ausee durch die Donau von der Gemeinde abgeschnitten ist.

Von Manfred Maurer

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