Luger will Chef der Stadtpolizei werden

Landespolizeidirektor Pilsl verärgert: „Kann wohl nur ein Scherz sein“

LINZ — Die Linzer vermissen laut Bürgermeister Klaus Luger und SPÖ-Fraktionsvorsitzenden Stefan Giegler das Bild von Uniformierten auf den Straßen. Der ausgedünnte Personalstand in den Inspektionen lasse die vertrauenerweckenden Streifendienste immer weniger zu. Konkret würden 100 Exekutivbeamte in den Linzer Polizeiinspektionen fehlen.

Wie sein Wiener Amtskollege Michael Ludwig hat Luger das Gefühl, die Städte und ihre Bewohner würden im Stich gelassen und fordert, dass die Kompetenz für die Stadtpolizei von der Landespolizeidirektion zum Magistrat wandert. Längerfristig kann sich der Bürgermeister eine Reform des Polizeiwesens wie in den USA vorstellen – mit einem „Sheriffs Department“, das vor Ort für Recht und Sicherheit zuständig ist und einer überregionalen Bundespolizei.

Pilsl: „Luger kann sich ja bewerben“

Verärgert reagierte darauf Landespolizeidirektor Andreas Pilsl im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. „Dies kann wohl nur ein Scherz sein, wir können diese Forderung nicht nachvollziehen.“ Bürgermeister Luger könne sich ja bei der Linzer Polizei bewerben, derzeit gebe es ein laufendes Auswahlverfahren für insgesamt 250 Personen. Man habe im vergangenen Herbst 15 ausgebildete Exe- kutivbeamte nach Linz gebracht und bis kommenden Mai würden 40 weitere folgen. Laut Pilsl sei die Sicherheit in Linz hoch, die oö. Landeshauptstadt sei zudem mit diversen Polizeieinheiten wie beispielsweise der Cobra gesegnet.

Kritik am Linzer Bürgermeister übten auch ÖVP und Grüne. „Statt obskur anmutender Vorschläge sollte Luger dem Ordnungsdienst endlich jene Befugnisse einräumen, die bereits jetzt möglich sind“, so ÖVP-Klubobmann Martin Hajart. „Bisher ist Klaus Luger nicht durch überbordende Kompetenz aufgefallen, für ausreichend Personal zu sorgen“, sagte Grünen-Klubobfrau Ursula Roschger.