Lugers „Kirchturmdenken“

Stadt Linz will ob der Finanzen Theatervertrag mit Land OÖ kündigen

Er habe eben den Antrag „auf Kündigung des Theatervertrags mit dem Land“ unterschrieben, wird der Linzer Bgm. Klaus Luger in den OÖN zitiert. Der Gemeinderat werde am 6. 12. abstimmen. Er gehe davon aus, dass der Antrag durchgeht.

Der Theatervertrag zwischen Stadt Linz und Land OÖ regelt, dass die Stadt 14 Millionen Euro an die Theater und Orchester GmbH (TOG) des Landes — zu der Landestheater und Bruckner Orchester gehören — bezahlt. Dafür überweist das Land mehr als sieben Millionen an die städtische LIVA, die etwa das Brucknerhaus und die Sporthalle verantwortet. Linz hat vor längerer Zeit angekündigt, aus Spargründen eine Kündigung des Vertrags zu überlegen. Allerdings wäre laut LH Thomas Stelzer ein Ausstieg der Stadt erst 2020 möglich: Kündigungsfrist.

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Er wolle noch nicht glauben, dass die Situation wirklich eintreten werde, sagte Stelzer den OÖN. „Wenn es so kommt, setze ich darauf, dass wir zu einer neuen Zusammenarbeit im Theaterbereich finden. Andernfalls wäre es genau das Gegenteil einer Gemeinsamkeit der Einrichtungen …, um die wir uns seit Monaten bemühen“, betonte Stelzer. „In diesem Vertrag wird auch geregelt, dass sich das Land bei der LIVA und beim Brucknerfest beteiligt und dass das Bruckner Orchester im Linzer Brucknerhaus spielt — die Auflösung sprengt alles in die Luft.“

Zuschuss für AEC könnte gestrichen werden

Sollte Linz den Theatervertrag aufkündigen, stellt sich die Frage, ob das Land dann im Gegenzug auch die 1,2 Mio. Euro Zuschuss für das städtische AEC streicht. Luger erwartet das zwar, rechnet aber vor, dass sich die Stadt dennoch 5,8 Mio. Euro ersparen würde.

Politische Reaktionen auf die Pläne: Die FPÖ signalisiert wenig überraschend Zustimmung. Die Grünen orten zwar eine Schieflage bei den Zahlungsströmen, die Kündigung sei aber nicht gerechtfertigt: „Verbesserungen gehören vernünftig ausverhandelt, anstatt aus dem rot-blauen Hinterzimmer im Schnellverfahren die Auflösung eines einzelnen Vertrages anzukündigen“, kritisierte Eva Schobesberger.

Zusammenarbeit in Form einer Kulturholding

Die Linzer ÖVP hat am Donnerstag die Pläne von Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) als „nicht nachvollziehbar“ kritisiert: Statt „Kirchturmdenken“ brauche es vielmehr die Zusammenarbeit von Stadt und Land in Form einer Kulturholding, so Vbgm. Bernhard Baier und Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer. Nach Ansicht der zwei ÖVP-Stadtpolitiker wäre das „mit der Aufkündigung des Theatervertrages verbundene Konkurrenzdenken zwischen LIVA und Musiktheater schädlich für die kulturelle Weiterentwicklung“. Dies sei ein fragwürdiger Stil Lugers.