Lust und Fux ab Freitag beim Festival styriarte

„Lust“ ist das Generalthema des steirischen Festivals styriarte 2021, das am 25. Juni loslegt und bis 24. Juli dauert. Im Zentrum steht eine Produktion von Johann Joseph Fux’ Barockoper „Amor und Psyche“ im Hof und Park von Schloss Eggenberg. Alfredo Bernardini wird sie dirigieren, die Regie führt Adrian Schvarzstein. Das Festivalprogramm ist breit gefächert, der Kartenvorverkauf der beste seit 2011, wie Intendant Mathis Huber am Dienstag sagte.

Mit der „Psiche“ von Johann Joseph Fux aus dem Jahr 1720 wird Alfredo Bernardini seine vierte Fux-Oper bei der styriarte dirigieren. Die auf rund 70 Minuten gekürzte Fassung wird am 25. Juni erstmals im Arkadenhof und dem Park von Schloss Eggenberg zu erleben sein. Bei Schlechtwetter wird man in die Helmut List Halle ausweichen, wie styriarte-Intendant Huber erklärte.

Liebe, Lust und Leid liegen in der Geschichte von der schönen Psyche und ihrem Geliebten Amor nahe beieinander: Der Liebesgott Amor hat sich die schöne Psyche zur Braut erwählt, doch seine Mutter Venus will sie vernichten. Raffaele Pe und Monica Piccinini führen das Solistenquintett an. Das Zefiro Barockorchester, welches Bernardini selbst zusammen mit den Brüdern Paolo und Alberto Grazzi im Jahr 1989 gegründet hat, und der Arnold Schoenberg Chor werden sie begleiten.

„Wir haben immer noch Lust auf Fux. Mit ihm haben wir eine Schatzkiste, die wir Jahr für Jahr öffnen können und wir werden ihn auch weiterhin ins Zentrum stellen“, betonte Huber. Als „hervorragenden Komponist mit sehr viel Originalität“ umschrieb der römische Barock-Oboist und Dirigent Bernardini den um 1660 im steirischen Hirtenfeld geborenen Barockkomponisten Fux. „Es ist schön in der Musik etwas zu erkennen, aber wunderbar, wenn man etwa neu entdeckt und ich bin jedes Mal erstaunt über die Schönheit dieser Musik“, sagte Bernardini am Dienstag bei dem Pressegespräch in Graz.

Die Lust in allen Spielarten wurde zum Motto des Festival auserkoren. Es wird etwa beleuchtet, wie leicht sich der Mensch von der Augenlust und der fleischlichen Begierde täuschen lässt. Einer Täuschung unterliegt beispielsweise auch der Scharlatan in Pergolesis „Ciarlatano“, der zweiten Barockoper, die im Rahmen des Festivals zu erleben sein wird (ab 29. Juni). Auch hier führt Adrian Schvarzstein Regie. Jordi Savall fügt in Stainz drei Chorwerke zu einer „Marienvesper“ zusammen (10. und 11. Juli). Zu hören ist barocke Chormusik von Händel, Vivaldi und Fux mit Solisten, dem Arnold Schönberg Chor und dem styriarte Festspiel-Orchester.

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Welche Facetten die ewige Suche des Menschen nach lustvoller Befriedigung im 20. Jahrhundert annahm, zeigen die Ausflüge des Festivals in die jüngere Vergangenheit: zum „Summer of Love“ des Jahres 1967 oder in die Goldene Zeit des Schlagers. In den Lesungen folgt Märchen auf Mythen und Liebesnovellen: Neben Amor und Psyche, die Schöne und das Biest, die Märchen aus 1001 Nacht oder den Decamerone. Boccaccios Liebesprosa wird Karl Markovics in Begleitung des Unicorn Ensemble vortragen.

Der Kartenvorverkauf für das gesamte Festival sei laut Huber „der beste seit 2011“. Das kompakte zeitliche Konzept mit Terminen um 18 und 20 Uhr werde gut angenommen. „Wir haben heute schon unser Umsatzziel erreicht und werden bestimmt 30.000 Besucher haben“, zeigte sich der Intendant trotz parallel laufender Fußball-Europameisterschaft zuversichtlich. Für EM-Verweigerer hat man übrigens ein spezielles Aboangebot aufgelegt: „Das große Abo mit sieben oder ein kleineres mit vier Konzerten für die durchschnittlichen Verweigerer“, wie Huber augenzwinkernd erklärte.

(S E R V I C E – )

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