Lymphödem: Cool mit Strumpf

Im Sommer, wenn die langen Hosen gegen Röcke oder Shorts getauscht werden, leiden Patienten mit Lymphödem besonders an ihren festen Stützstrümpfen. Ausziehen ist zwar keine Option, aber mit ein paar Tipps lässt sich der Sommer trotzdem genießen.

Frau beim anziehen von Thrombosestrümpfen © tibanna79 – stock.adobe.com

Ein Lymphödem ist eine Flüssigkeitsansammlung in den Zellzwischenräumen, weil die Lymphflüssigkeit aus verschiedenen Gründen nicht abtransportiert werden kann. Betroffen sind meist Arme oder Beine. Die Ursachen können Diabetes mellitus ebenso sein wie eine Tumorerkrankung oder -entfernung, radiologische Bestrahlung oder Herzprobleme.
Neben individuellen Therapien geht die Behandlung meist mit der Verschreibung von Kompressionsstrümpfen einher. Warum diese, auch bei großer Hitze nicht ausgezogen werden sollen, erklärt Primar Christoph Ausch vom LKH Steyr: „Bei hohen Temperaturen produziert der Körper noch mehr Lymphe. Die engen Strümpfe üben Druck auf die Region des Ödems aus, das hilft dem Körper dabei, die anfallende Gewebsflüssigkeit leichter abfließen zu lassen. Wichtig ist, dass die Strümpfe richtig sitzen. Zu enge oder zu weite Strümpfe bringen keinen Erfolg, deshalb müssen sie immer wieder neu angepasst werden. Bei schweren Fällen ist das Tragen der Strümpfe sogar in der Nacht geboten. Denn wird der Kompressionsstrumpf ausgezogen, besteht die Gefahr, dass sich die Flüssigkeit erneut ansammelt und das Ödem größer wird.“
Das Ödem wird auch nicht kleiner, wenn man weniger trinkt: „Wer gerade im Sommer zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, schadet seiner Gesundheit, am Lymphödem ändert das aber gar nichts, weil kein Zusammenhang zwischen der Trinkmenge und der Flüssigkeit im Gewebe besteht.“

Kühle Wickel oder Moorpackungen

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Still leiden müssen Betroffene im Sommer aber trotzdem nicht, wie Ausch betont: „Sanitätshäuser führen inzwischen eine Vielzahl an Strümpfen aus unterschiedlichsten Materialien und können kompetent beraten, welcher Fasermix bei Hitze am besten geeignet ist. Ebenfalls eine Erleichterung verschafft ein Strumpf zum Wechseln oder das Befeuchten des Kompressionsstrumpfs. Kühle Wickel oder Moorpackungen auf die betroffenen Stellen sind bei heißem Wetter auch eine Wohltat. Starke Sonneneinstrahlung mag ein Ödem gar nicht. Darum sollte im Schwimmbad oder am Balkon immer ein Schattenplatz gesucht werden. Leichte Bewegung wie ein flotter Spaziergang, gemütliches Radfahren oder Schwimmen hilft den Lymphgefäßen bei ihrer Arbeit. Hat der Hausarzt nichts dagegen, steht einer leichten sportlichen Betätigung auch nichts im Weg.“