M. Bordenave, F. Weber, P. Moret: La traversée

Den Wissenshorizont für die Kammermusik kann diese CD wesentlich erweitern und zugleich begeistern durch den französischen Tenorsaxofonisten Matthieur Bordenave, den deutschen Pianisten Florian Weber und den Schweizer Bassisten Patrice Moret.

Das Trio spielt auf eine unvorstellbar subtile Art zeitgenössische Kammermusik, eingebettet in rhythmisch sanfte Jazzmelodien und erschließt ein für die Improvisatoren bis heute relevantes Neuland, bei dem sich melodische Linien ineinander verflechten und klingende Nuancen in der Musik zum Blühen bringen.


Unverkennbar ist auch ihr sanfter französischer Ton. Die Welt einer Edith Piaf ist zum Greifen nahe, aber noch mehr die der Klassiker Olivier Messiaen oder Henri Dutilleux, allein durch die farbenreiche Komplexität in den Akkorden. Angeregt wurden die neun ineinander mosaikartig kreisenden Stücke durch Gedichte von René Char, einen der großen französischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Ruhig und stark zugleich musiziert das Trio, könnte aber keine bessere harmonische Stimmigkeit erzielen, als es gelingt. Das erste und letzte Stück des Albums bezieht sich auf den Fluss La Sorgue, der durch eine Gegend seiner Entstehung fließt. Ein berührender Abschluss für den Zyklus in seiner Geschlossenheit, die die Musik ad hoc unter die Haut gehen lässt. Das Nonplusultra an Qualität macht das möglich.

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