„Mach weiter, du gewinnst das sicher“

Tennis: Nadal war im Finale der French Open für Dominic Thiem (noch) zu stark

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TENNIS-FRA-OPEN-MEN-FINAL © AFP/Bureau

„Ich weiß, wie hart es ist, ein Finale zu verlieren. Wenn ich gegen wen verlieren will, dann gegen dich. Mach weiter, du gewinnst das sicher“ — Sandplatzkönig Rafael Nadal zerstörte mit dem 6:3, 5:7, 6:1, 6:1 im Finale der French Open den Traum vom ersten Major-Titel von Dominic Thiem, hatte aber lobende Worte für seinen vermeintlichen Nachfolger übrig.

Dieser gratulierte dem 33-jährigen Spanier zu seinem zwölften Paris-Titel fair, gestand aber: „Es ist sehr hart, ich habe in den zwei Wochen alles gegeben.“

Unglaubliches Niveau

Letzteres kann man nur unterstreichen. Nach den durchwachsenen Auftaktpartien, den perfekten Spielen im Achtel- und Viertelfinale (Sieg über Monfils und Chatschanow) und dem Fünfsatz-Krimi über zwei Tage gegen Novak Djokovic („Mein größter Sieg“) bot der 25-jährige Thiem auch dem besten Sandplatzspieler aller Zeiten Paroli. Das Niveau der ersten beiden Sätze stellte alles Bisherige bei den French Open 2019 in den Schatten — besser geht nicht, die Zuschauer riss es ununterbrochen von den Sitzen.

In den letzten beiden Sätzen konnte sich Nadal aber noch einmal steigern, brachte seinen Gegner zur Verzweiflung, spielte praktisch fehlerlos.

Die Belastung, nicht einmal 24 Stunden nach dem Semifinale das Endspiel bestreiten zu müssen, ließ Thiem nicht als Ausrede gelten. „Ich weiß nicht, wie es mit einem Tag Pause gewesen wäre. Aber ich habe jetzt keine Müdigkeit gespürt im Finale.“

Die von Regenunterbrechungen geprägte Partie sei jedoch nicht spurlos an ihm vorübergegangen. „Weder mental, noch körperlich.“

Lob von Muster

Dass er nach seinem zweiten verlorenem Paris-Endspiel in Serie in ein Loch fallen wird, befürchtete Thiem nicht. „Sicher habe ich verloren, sicher ist jeder enttäuscht, aber es war trotzdem ein geiles Turnier.“

Lob gab es vor Ort auch von Thomas Muster, Paris-Sieger von 1995: „Das ist das härteste Turnier zu gewinnen. In meine Fußstapfen ist er schon lange getreten, Hut ab vor dieser Karriere, der Rest kann kommen. Ich bin überzeugt, dass er Nummer eins werden wird“, erklärte der 51-Jährige.

Einen Paris-Titel gab es im Hause Thiem dennoch zu feiern. Freundin Kristina Mladenovic gewann das Damen-Doppel.

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