Manfred Maurer

Meinung

von Manfred Maurer

Macht die Welt satt!

Gestern um 15 Uhr läuteten für fünf Minuten die Kirchenglocken. Sie sollten an den Hunger in der Welt zu erinnern. Ungeachtet aller Bemühungen staatlicher und nichtstaatlicher Institutionen ist die Zahl der Menschen, die nicht genug zu essen haben, im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Dabei war die Halbierung der Zahl der Hungernden eines der Millenniumsziele, welche die UNO bis 2015 erreichen wollte. Fakt ist: Jedes dritte Kind auf dem schwarzen Kontinent ist heute chronisch unterernährt.

Das darf niemanden kalt lassen. Es muss mehr geschehen, weil mehr geschehen kann. International, aber auch in Österreich. Es genügt nicht, wenn sich eine Bundesregierung nach der anderen auf das Ziel von 0,7 Prozent des BIP für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) verpflichtet, aber nicht einmal die Hälfte davon schafft.

Die nötige Kraftanstrengung gegen den Hunger muss aber von Selbstlosigkeit getragen sein. Wer nämlich mit dem Slogan „Fluchtursachen bekämpfen“ ihm Ohr glaubt, im Kampf gegen den Hunger zugleich die Schleppermafia auszuhungern, wird enttäuscht werden. Zwar bildet ausreichende Ernährung die Basis jeglicher Entwicklung. Doch kurzfristig wird jede Verbesserung der Lebensumstände in Afrika die Zahl jener verringern, die nur bleiben, weil sie so arm sind, dass sie sich keinen Schlepper leisten können.

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