Mädels, Schrotflinten, saftlose Männer und jede Menge Fisch

Erfrischend schräge, brutale und französische Krimikomödie „Rebellinnen“mit überzeugenden Darstellerinnen und aberwitzigen Ideen

Drei Ladys und viel Fisch: Marilyn (Audrey Lamy), Sandra (Cécile de France) und Nadine (Yolande Moreau)
Drei Ladys und viel Fisch: Marilyn (Audrey Lamy), Sandra (Cécile de France) und Nadine (Yolande Moreau) © Luna Filmverleih

Von Mariella Moshammer

Jean-Mi trifft die ultimativ falsche Entscheidung, als er sich Sandra auf sehr ungebührliche und bedrohliche Weise nähert. Dass er dabei die Hose heruntergelassen hat, tut ihm auch nicht gut, denn Sandra fackelt nicht lange … Soviel sei verraten, für Jean-Mi endet die Situation saftlos und in vielen Fischdosen, sie passen auf eine Euro-Palette.

„Rebellinnen“ ist zwar eine französische Komödie, aber doch in vielen Dingen so ganz anders als das, was man gemeinhin in diesem Genre im Sommerkino serviert bekommt — schräger, witziger, brutaler.

Regisseur Allan Mauduit hat die Geschichte rund um Sandra und ihre Kumpelinnen Marylin und Nadine in Boulogne-sur-Mer, im hohen Norden Frankreichs, angesiedelt. Dort ist nicht viel los außer triste Armseligkeit. Der wollte die ehemalige Schönheitskönigin Sandra vor vielen Jahren entkommen, aus dem ersehnten Modeljob an der Côte d’Azur wurde einer an der Poledancestange. Als sie zu ihrer Mutter, der Hausmeisterin des Campingplatzes, zurückkehrt und auch noch einen Job in der Fischfabrik annehmen muss, scheint sie das selbe fade Schicksal wie ihre einstigen Schulkollegen zu ereilen. Der „Vorfall“ mit ihrem Vorgesetzten Jean-Mi ändert die Sachlage jedoch radikal. Plötzlich geht es in Sandras Leben um viel Kohle, die belgische Mafia, einen unbekannten Vater und die Loyalität zu den Mädels.

Typisch männliche Klischees in Damenhand

Es ist tolle Frauenpower, die die drei Damen an den Tag legen. Sie greifen ungeniert zur abgesägten Schrotflinte, zum Baseballschläger und zur Schaufel. Sie wehren sich, finden mehr oder weniger funktionierende Lösungen und als in einem beschaulichen Esszimmer plötzlich alles im blutigen Chaos zu enden droht, freut man sich als Zuseherin, dass die drei Frauen daraus heil hervorgehen.

Die vielen, auch unvorhersehbaren Wendungen, der rücksichtslose Humor und nicht zuletzt die Hauptdarstellerinnen, die die drei Frauen mit einer Selbstverständlichkeit als normalerweise typische männliche Krimiklischees darstellen, erfreuen an dieser unterhaltsamen Komödie, die ganz ohne aufgesetzten Tiefgang auskommt. Denkt man auch immer wieder kurz, die „Rebellinnen“ hätten ihr Pulver nun verschossen, kommt noch eine aberwitzige Idee daher. Dass nicht jeder Schmäh ganz neu ist, verkraftet man.

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