Magic Marcel krönt Wahnsinnskarriere

Ski-Superstar Hirscher holt sich in der alpinen Kombination die erste Olympische Goldmedaille und zwei weitere große Chancen

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Marcel Hirscher nahm freudestrahlend Gold entgegen, für Alexis Pinturault (l.) reichte es zu Silber, Victor Muffat-Jeandet holte Bronze.
Marcel Hirscher nahm freudestrahlend Gold entgegen, für Alexis Pinturault (l.) reichte es zu Silber, Victor Muffat-Jeandet holte Bronze. © AFP/Kudryavtsev

Von Roland Korntner

Er hat allein in dieser Saison bereits zehn und insgesamt 55 Weltcup-Rennen gewonnen, ist (aller Voraussicht nach) bald siebenfacher Weltcup-Gesamtsieger, konnte dazu bisher acht kleine Kugeln erobern, hat in seiner Wahnsinskarriere schon sechs WM-Titel erobert und darf sich seit Dienstag endlich auch Olympia-Sieger nennen. Die Rede ist natürlich vom österreichischen Ski-Superstar Marcel Hirscher, der spätestens jetzt endgültig zu „Magic Marcel“ avancierte. Der Salzburger hat ämlich gleich im ersten Anlauf in Pyeongchang seine Gold-Mission erfüllt und damit seine Laufbahn gekrönt.

„Das große Ziel habe ich definitiv erreicht“

„Das große Ziel, warum ich hierhergekommen bin, das habe ich definitiv für mich erreicht“, strahlte Hirscher nach seinem Triumph in der alpinen Kombination. Also nach jener Disziplin, in der er zwar schon Weltmeister (2015) und WM-Zweiter (2017) gewesen ist. Die er aber heuer im Weltcup aufgrund seines Knöchelbruchs im August links liegen gelassen hat und in die er deshalb nicht als Top-Favorit gegangen war.

„Das Schlimmste ist einmal verhindert“

Der hieß Alexis Pinturault (nach sechs Siegen in den letzten zehn Weltcup-Bewerben), der Franzose musste sich aber mit Rang zwei zufrieden geben.

Wie groß der äußere Druck Hirschers im Vorfeld tatsächlich gewesen war, lässt sich an dieser Aussage erahnen: „Das Schlimmste ist einmal verhindert.“ Was das gewesen wäre? „Wenn ich heimgekommen wäre und eine perfekte Saison würde niedergemacht werden oder unter einem schlechten Stern stehen, weil halt das Gold fehlt“, zeigte sich der 28-jährige Annaberger erleichtert. Wissend, dass er jetzt im RTL am Sonntag und im Slalom (24. 2.) befreit Vollgas geben kann.

Ziel war einmal Gold, nicht dreimal Silber

Denn wie brachte es Trainer Michael Pircher so schön auf den Punkt: „Unser Ziel war eine Goldene, nicht drei Silberne. Was jetzt noch kommt ist Draufgabe. Wir haben jetzt alles in der Tasche, was er sich in seiner Karriere vorgenommen hat.“

Drittes Kombi-Gold für Österreichs Herren

Für Österreich war es übrigens die dritte Kombi-Goldmedaille bei den Herren: Auf den Tag genau vor 20 Jahren hatte Mario Reiter in Nagano triumphiert, vor 30 Jahren war Hubert Strolz in Calgary siegreich geblieben. Gut möglich, dass Hirscher sogar als letzter Kombi- Olympiasieger in die Geschichte eingeht, denn in vier Jahren in Peking könnte der Bewerb aus dem Programm fallen. Für den Atomic-Piloten sind die Spiele 2022 zumindest derzeit ohnehin kein Thema mehr. „Ich habe drei Chancen und ich denke, das werden meine letzten drei Chancen sein. Das heißt, es wird keine Olympischen Spiele mehr geben für mich“, hatte er angekündigt.