Magisch! Der LASK überrollte Eindhoven

Europa League: Die Linzer schickten den holländischen Vizemeister mit 4:1 nach Hause

Von Christoph Gaigg und Roland Korntner

„Heheo, heheo, nur für unsern LASK samma do!“ Was für eine Stimmung, was für ein Spiel, was für ein magischer Europacupabend auf der Linzer Gugl. Nicht weniger als vier Mal ertönte die schwarz-weiße Torhymne, mit einer unglaublichen 4:1-Packung schickten die Linzer den holländischen Vizemeister auf die Heimreise. Das „Ooooh wie ist das schön“ war passend wie selten zuvor. Und so halten die zweitplatzierten Athletiker bei sieben Punkten, haben den Aufstieg sogar in der eigenen Hand.

Kalte Dusche, ungerechtfertigter Elfer

Dabei verlief der Start denkbar ungünstig. Nach vier Minuten wurde der LASK vom rumänischen Schiedsrichter Petrescu und der PSV Eindhoven eiskalt geduscht. Als Übeltäter wurde James Hollands Ellbogen ausgemacht, der eine Flanke von Dumfries regelwidrig abblockte — Elfmeter, obwohl die Aktion knapp außerhalb des Strafraums stattfand!

Weil es keinen Video-Assistenten gibt, durfte Schwaab den Elfer zum 0:1 verwandeln (5.). Tja, so schnell kann Plan A in der Schublade verschwinden. Plan B der Linzer sah dafür recht anständig aus: Während sich die Holländer großteils aufs Kontern beschränkten, diktierten die Athletiker das Spiel und kamen immer wieder gefährlich vors Tor, wenngleich im vorderen Drittel teils noch zu umständlich agiert wurde.

LASK versetzte die Gugl in grenzenlose Ekstase

Chancen gab es trotzdem reichlich, dementsprechend schritten die Schwarz-Weißen mit viel Mut und Überzeugung aus der Kabine aufs Feld. Die Überlegenheit wurde noch deutlicher, spiegelte sich in Zahlen wie knapp 62 Prozent Ballbesitz und zwischendurch 19:2 Torschüsse (52.) wider — und nach magischen vier Minuten auch auf der Anzeigetafel! Ranftl sprang der Ball im Sechzehner vor der Füße, der hämmerte das Leder mit seinem schwächeren linken Fuß in die Maschen – 1:1, die Gugl brodelte zum ersten Mal so richtig!

Ranftl, Frieser und zweimal Klauss scorten

Doch das war erst de Anfang, Dominik Frieser lieferte nach einer Stunde noch mehr Grund für wilde Umarmungen und völlige Ekstase auf den Rängen. Goiginger kämpfte sich durch die Abwehr, Zoet konnte seinen Schuss nur kurz parieren, Frieser versenkte den Ball und die PSV zur Führung. Damit nicht genug, schlug nun die Stunde eines Jokers: Flanke Ranftl, Kopfball Klauss, 3:1 (77.). Fünf Minuten später Flanke Goiginger, Kopfball Klauss, 4:1! In Worten: vier zu eins, unfassbar, was am Linzer Froschberg abging. Um 20.44 Uhr beendete Schiri Petrescu einen Abend für die Geschichtsbücher — und eröffnete die schwarz-weiße Afterparty.

Coach Ismael: “Eine Sternstunde”

“Eine Sternstunde für den Verein, die Mannschaft, die Fans, die Stadt Linz und den österreichischen Fußball”, strahlte Coach Valerien Ismael. “Eine unglaubliche Leistung, ich bin sprachlos”, so der 44-Jährige.

“Schwierig zu bespielen”

“In  Eindhoven hatten wir viele Chancen, hier war es andersrum und der LASK hat es genützt, wir nicht. Wir sind in einer schwierigen Situation”, gestand Eindhoven-Coach Mark van Bommel nach dem fünften Match ohne Sieg. Zugleich lobte er den Gegner: “Der LASK ist schwierig zu bespielen, das haben wir gewusst.”

LASK – PSV Eindhoven 4:1 (0:1).

Linzer Stadion, 14.000 (ausverkauft), SR Radu Petrescu (ROU).
Tore: 0:1 ( 5.) Schwaab (Elfmeter), 1:1 (56.) Ranftl, 2:1 (60.) Frieser, 3:1 (78.) Klauss,
4:1 (82.) Klauss
LASK: A. Schlager – Wiesinger, Trauner, Filipovic – Ranftl (81. Renner), Holland, Michorl, Potzmann – Goiginger, Raguz (69. Tetteh), Frieser (61. Klauss)
PSV: Zoet – Dumfries, Schwaab, Viergever, Sadilek – Rosario, Ihattaren, Gutierrez – Doan (64. Catic), Bruma, Gakpo
Gelbe Karten: Trauner, Tetteh bzw. Schwaab, Ihattaren.

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