Mahlers „Erste“ exzellent interpretiert

Poschner und das Bruckner Orchester begeistern auf ganzer Linie

Großartig: Markus Poschner und „sein“ Orchester
Großartig: Markus Poschner und „sein“ Orchester © R. Winkler

Das Abokonzert des Linzer Brucknerhauses brachte am Mittwochabend eine hierorts wenig bekannte Komposition des Amerikaners Charles Ives (1874-1954) zur Aufführung. In seinem vor über hundert Jahren komponierten Orchesterwerk „Three Places in New England“ schildert Ives drei Orte seiner Heimat Neuengland.

Impressionistische Klangflächen, amerikanische Blasmusik-Märsche und zauberhafte Naturstimmungen erfuhren durch den lange Zeit verkannten Komponisten in bahnbrechender Weise eine farbenreiche Gestaltung.

Explosive Dramatik und zarte Lyrik

Ließ die Interpretation dieses revolutionären, zwischen Tonalität und Atonalität pendelnde Opus durch das von Chefdirigent Markus Poschner umsichtig geleitete Bruckner Orchester bereits keinen Wunsch offen, so fand mit der Wiedergabe von Gustav Mahlers 1. Symphonie (in der fünfsätzigen Urfassung) noch eine Steigerung statt. Das absteigende Quarte-Motiv ist — in modifizierter Weise — melodiebildend in sämtlichen Sätzen. Naturstimmungen beherrschen den Eröffnungssatz.

Eine von der Trompete angeführte Pastorale macht das später getilgte Andante („Blumine“) durchaus hörenswert. Scharfen Akzenten im Scherzo und konträr weichen Tönen im Trio folgt ein ironischer Trauermarsch („Bruder Jakob“ in Moll). Explosive Dramatik und zarte Lyrik bestimmen das Finale, das schließlich in einen triumphalen Choral mündet.

Wie Markus Poschner sein Bruckner Orchester durch sein präzises Dirigat zu einer tadellosen Umsetzung der Partitur verhalf, war bewundernswert. Die Standing Ovations galten dem Orchesterkollektiv, den exzellenten Solisten in allen Instrumentengruppen und nicht zuletzt dem souveränen Orchesterleiter, auf den Linz stolz sein darf.

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