Mahrer kritisiert Impftempo – Wifo-Chef denkt Impfprämie an

WKÖ-Chef Harald Mahrer (ÖVP) kritisiert das lahme Impftempo in Österreich und fordert einen Neustart bei der Einbindung der Sozialpartner. Derzeit gehe „alles zu langsam“. Die Sozialversicherung beziehungsweise Gesundheitskassa gehöre in die Impfaktion eingebunden, sagt er der „Kronen Zeitung“ und „Kleinen Zeitung“ (Sonntag). Für Wifo-Chef Gabriel Felbermayr wurde zu lange mit dem Lockdown gewartet. Er kann sich eine Impfprämie vorstellen, sagte er der „Wirtschaftwoche“.

Schon im April hätten die Sozialpartner angeboten, die Sozialversicherung in die Impfaktion einzubinden, nichts sei geschehen, so Mahrer zur „Krone“. Im August hätte man alles fertig gehabt, um loszustarten, wieder nichts. Das gehöre endlich getan. „Da dominieren die Bedenkenträger, entschieden wird aber nicht“, kritisiert der Wirtschaftskammerpräsident. Dabei stünden die Standorte der Gesundheitskasse und deren Mitarbeiter bereit.

„Die Gesundheitskasse hat alle Daten, die muss man nur verknüpfen und nützen, es gibt keinen Grund, das abzulehnen. Die muss man in die Impfaktion einbinden, um das Tempo zu erhöhen.“ Das Potenzial gehöre genutzt und bei dieser Initiative wisse er, Mahrer, sich eines Sinnes mit ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian. Es gehe um „niederschwellige Impfangebote bereitstellen und Versicherte je nach Risikogruppe und Betroffenheit anschreiben“, sagt Mahrer in der „Kleinen“. Morgen, Montag, gehen auch die laufenden Gespräche zwischen Experten, Regierungsvertretern und Sozialpartnern weiter.

Wirtschaftsforschungsinstitutschef Felbermayr ist der Meinung, dass in Österreich wohl zu lange mit dem Lockdown gewartet wurde, wie er der deutschen „Wirtschaftwoche“ sagt. Um eine höhere Impfquote zu erreichen, sollten auch unkonventionelle Mittel zum Einsatz kommen: „Druck und Zwang können nur das allerletzte Mittel sein. Wir müssen stärker auf Anreize setzen. Um ein Beispiel zu nennen: Ein Konsumgutschein über 500 Euro als Impfprämie hätte sicher viel Gutes bewirken können – in Deutschland wie in Österreich. Und im Vergleich zu den Kosten eines Lockdowns wäre es wohl auch die günstigere Alternative.“

Felbermayr sieht auch Deutschland auf einen neuen Lockdown zusteuern. Das wäre für die wackelnde heimische Wintersaison wohl ein weiterer Schlag. Mahrer fordert in der „Krone“ jedenfalls auch eine „volle Wintersaison“, um die die heimischen Touristiker neuerlich bangen. „Da geht es um 15 Milliarden Euro Wertschöpfung und um 200.000 Beschäftigte.“

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Die Tiroler NEOS bauen hingegen nicht mehr auf eine Wintersaison, wie sie in einer Aussendung am Sonntag schreiben: „Unter den Voraussetzungen, wie sie derzeit pandemisch vorherrschen, können wir die Wintersaison in Tirol abschreiben.“ Den Unternehmen gehöre seitens der Politik endlich reiner Wein eingeschenkt und die Unternehmerinnen und Unternehmer nicht länger in einer Dauerschleife vertröstet, so der Tiroler NEOS-Klubchef im Landtag, Dominik Oberhofer.

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