„Man weiß nie, wer gewinnt“

Vielseitiger Sebastien Buemi erzählt, warum er voll auf die Formel E abfährt

Besuch in der Box von Nissan und bei Sebastien Buemi, der uns die Vorzüge der Formel E erklärte.
Besuch in der Box von Nissan und bei Sebastien Buemi, der uns die Vorzüge der Formel E erklärte. © voestalpine

Roland Korntner berichtet aus Berlin

Sebastien Buemi ist nach neun Rennen zwar nur auf Rang 13 der Meisterschaft zu finden, bei vier ausstehenden Läufen hat der Schweizer aber trotzdem noch eine (zumindest kleine) Chance, die Gesamtwertung zum zweiten Mal nach 2016 zu gewinnen. Die Rede ist nämlich von der ABB FIA Formula E Championship, so der volle Name. Und in der gibt es vieles, aber keine Papierform, keine vorhersehbaren Rennen. „Es ist oft bis zur letzten Kurve offen, wer gewinnt“, erläutert mit Jens Marquardt der Motorsportdirektor von BMW.

„Die Formel E ist besser anzusehen als die Formel 1, denn man weiß nie, wer gewinnen wird“, betonte auch Buemi in kleiner Presserunde in Berlin, wo heute (13.00 Uhr/live ORF 1) auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Tempelhof der zehnte Saisonlauf auf dem Programm steht. „Das finde ich cool. In der Formel 1 weiß man, dass ein Mercedes, eventuell noch ein Ferrari oder maximal ein Red Bull gewinnen wird“, erklärte der 30-Jährige vom Team Nissan e.dams. „Bei uns ist die Competition richtig hoch“, verweist Buemi auf acht verschiedene Saisonsieger.

Formel E ist eine „Fahrermeisterschaft“

Er hofft, dass das auch künftig so bleibt. „Es ist wichtig, dass die Regeln nicht zu viel geöffnet werden, damit der Abstand zwischen den Teams nicht zu groß wird“, so Buemi, der ja auf Erfahrungen aus verschiedensten Klassen zurückblicken kann. Von 2009 bis 2011 absolvierte er 55 Formel-1-Rennen für Toro Rosso, seitdem ist er für die Scuderia sowie Schwesterrennstall Red Bull als Testfahrer engagiert. Zudem bestreitet er für Toyota die Langstrecken-WM (WEC), in der er 2014 den Titel holte. „Die Formel E muss eine Fahrermeisterschaft bleiben“, so Buemi

Antriebseinheiten sind „Top secret“

In der sind nämlich Chassis, Reifen oder die Aerodynamik einheitlich vorgegeben, lediglich die Antriebseinheit wird individuell von den elf Rennställen individuell entwickelt. Deshalb durfte bei der VOLKSBLATT-Visite in der Nissan-Box auch lediglich von vorne fotografiert werden, um die Power-Unit im Heck herrscht höchste Geheimhaltungsstufe. Diesbezüglich kämpft Nissan noch mit der Standfestigkeit, die Geschwindigkeit passt. Formel-E-Rekordsieger Buemi (12 Lauferfolge) hofft, dass man diese Probleme in den Griff bekommt und in Berlin endlich den ersten Saisonsieg feiern kann. Denn den braucht es wohl, um tatsächlich noch eine Chance auf den Titel zu haben.

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Der Autor ist auf Einladung der voestalpine in Berlin.

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