MAN: Weiter ÖBAG-Diskussion

ÖVP lehnt Staatsbeteiligung ab, betont Verhandlungen – Produktionsdrosselung in Steyr

Noch wird bei MAN in Steyr produziert, das Ende droht.
Noch wird bei MAN in Steyr produziert, das Ende droht. © Steiner

Bei der Lösungssuche für den von der Schließung bedrohten MAN-Standort in Steyr drängt weiterhin die Zeit. Darauf machte einmal mehr die Konzernzentrale in München mit neuen Ankündigungen aufmerksam.

Im Parlament entbrannte am Mittwoch daraufhin noch einmal die Debatte um einen Einstieg des Staates in Steyr über seine Beteiligungsholding ÖBAG.

Von der SPÖ und Gewerkschaft gefordert, wird dieser Schritt wie bisher von ÖVP und zahlreichen Wirtschaftsexperten weiterhin strikt abgelehnt.

Ab Mai Reduktion, 2022 als Ende der Produktion

Wie man in der MAN-Konzernzentrale in München gegenüber dem VOLKSBLATT bestätigt, wird mit Mai mit der stufenweisen Drosselung der Produktion begonnen – ganz im Sinne des Schließungsplans, der immer als Alternative zur Übernahme durch Investor Siegfried Wolf genannt wurde.

Zwar sind viele der nun folgenden Schritte nicht überraschend, doch auch das Wording hat sich geändert. Sprach man bisher beim Aus für das Werk von einem Zeithorizont von Jahreswechsel 2022/23, so wird nun die Schließung dezidiert mit Jahresende 2022 betont.

Wie berichtet waren ja bereits in einem ersten Schritt nach dem ablehnenden Votum durch die Mitarbeiter die Hälfte der rund 280 Leasingarbeitskräfte entlassen worden, der Rest wird folgen. Ab Mai sollen nach und nach die Tagesquoten reduziert werden.

Betroffen davon sollen die Lkw-Montage, die Fahrerhaus-Ausstattung und die X-Fahrerhausproduktion sein. Die Modifikation der schweren Fahrzeugreihe soll bis 3. Mai, die Sonderfahrzeuge-Produktion bis Mitte des Monats auslaufen.

Abseits der Leasingarbeiter gibt es für die Belegschaft noch keine Konsequenzen. „Hier wird aktuell über den Sozialplan verhandelt“, heißt es von einem MAN-Sprecher.

ÖBAG-Einstieg gefordert

In dieser Situation wird nun auf allen Ebenen und Seiten um eine Lösung für den Weiterbestand gekämpft. Die SPÖ brachte am Mittwoch im Parlament einmal mehr einen Einstieg der ÖBAG ins Spiel.

Die Betriebsräte der Staatsbeteiligungen OMV, Post und A1 wollen den Kollegen in Steyr zur Seite springen. Die drei Aufsichtsräte werden bei der nächsten ÖBAG-Aufsichtsratssitzung einen eigenen agesordnungspunkt „MAN“ fordern.

MAN-Betriebsrat Helmut Emler betont gegenüber dem VOLKSBLATT, dass man für jeden Lösung offen sei, die eine Zukunft des Werks sichere.

„Mit soviel Beschäftigten und soviel Sicherheit wie möglich“, betont er. Als Knackpunkt sieht er vor allem, ob die Zentrale noch einmal über die finanziellen Folgen der Gültigkeit des Standortsicherungsvertags nachdenke und sich auf eine Klärung der Frage oder Weiterführungsverhandlungen einlasse.

Gegen Staatsbeteiligung

Bundeskanzler Sebastian Kurz lehnte eine Staatsbeteiligung am Mittwoch im Parlament ab, er verwies zudem auf laufende Verhandlungen. Arbeitsministerin Margarete Schramböck und Arbeitsminister Martin Kocher betonten, dass man im Hintergrund an der Absicherung der Arbeitsplätze und des Standorts, Kocher erklärte: „Es geht jetzt darum, die Arbeitsplätze dort zu retten und sich nicht ideologisch festzulegen.“

Er appellierte an alle Beteiligten, auch den MAN-Konzern, sich am Erarbeiten einer Lösung zu beteiligen. in OÖ hatten zuletzt LH Thomas Stelzer und LR Markus Achleitner eindringlich betont, hinter den Mitarbeitern zu stehen und an einer Lösung für den Standort zu arbeiten.

Von Christoph Steiner

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