MAN: Wolf will breite Zustimmung

Investor peilt Zusage von mehr als zwei Drittel der Belegschaft an

Investor Siegfried Wolf führte die vergangenen Tage viele Gespräche am Standort in Steyr.
Investor Siegfried Wolf führte die vergangenen Tage viele Gespräche am Standort in Steyr. © APA/Fotokerschi.at/Kerschbaummayr

Investor Sigi Wolf hat weitere Details zu seinen Plänen bei MAN Steyr bekannt gegeben. So brauche er eine Zustimmung von zwei Drittel der Belegschaft, um den MAN-Standort Steyr übernehmen zu können, so Wolf. Etwa diesen Anteil der Belegschaft will er auch künftig weiter beschäftigen.

Wenn alles läuft wie geplant, will er im Juni Alleineigentümer sein und bis dahin soll auch jeder Mitarbeiter wissen, was ihn persönlich erwarte, erklärt der Investor weiter.

Wie berichtet soll kommende Woche die Belegschaft in einer Urabstimmung entscheiden, ob sie die Zukunftspläne Wolfs mittragen will. Sollten die Pläne nicht die nötige Zustimmung finden, dürfte eine komplette Schließung des Werks fix sein.

Breite Information

Bis zur Abstimmung setzt Wolf auf Information der Belegschaft. Es wurde vor Ort ein Info-Büro eingerichtet, wohin sich Mitarbeiter mit Fragen wenden können.

Meist geht es dabei um finanzielle Dinge, viele wollen auch wissen: „Was passiert, wenn ich dagegen stimme?“, berichtet Wolf. Bis zur geplanten Übernahme durch den Investor im Juni solle mit jedem Mitarbeiter ein Einzelgespräch geführt werden, damit jeder wisse womit er rechnen könne. Danach werde es über zwei Jahre hin „einen langsamen Übergang“ geben.

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Wolfs Konzept sieht eine Verkleinerung der Stammbelegschaft von knapp 1900 auf 1250 Personen und Gehaltskürzungen vor. Bei der Entscheidung wer gehen muss, will er sich zunächst einmal danach richten, wer den Sozialplan nehme oder sich für die Altersteilzeit entscheide. Jenen im Sozialplan stellte er in Aussicht, sie wieder einzustellen, wenn das Unternehmen weitere Arbeitskräfte benötigen würde.

„Österreichisches Detroit“

Sollte es zu keiner Lösung kommen, warnt Wolf vor einem „Detroit in Österreich“. In der ehemaligen US-Auto-Hochburg hatten falsche taktische Entscheidungen der Unternehmen zu einem Niedergang der Industrie geführt. Eine massive Abwanderung und ein Verfall der Stadt waren die negativen Folgen.

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