Manch spitze Zunge im Hafen

35. Linzer Kleinkunstfestival im Posthof von „Kauf, du Sau!“ bis „Mitten ins Hirn“

Die scharfzüngige deutsche Kabarettistin Solga
Die scharfzüngige deutsche Kabarettistin Solga © Simone Solga

Die 35. Auflage des renommierten Linzer Kleinkunstfestivals verspricht eine breite Palette humorvoller Auseinandersetzung mit „eh fast allem“. Für Posthof-Chef Wilfried Steiner ist es die immerhin schon 19. Folge dieses Erfolgsformats. Er betont vor allem auch den starken Frauenanteil beim diesjährigen Event, der von 25. Oktober bis 29. November manch spitze Zunge in den Posthof, Zeitkultur am Hafen, bringen wird und schon jetzt überaus nachgefragt ist. Es gebe bei den reservierten Tickets in puncto Rückgabe immer wieder Restkarten, die man am Vortag nachfragen könne, macht Medienreferent Karl Zabern Mut. Vieles sei ausverkauft, aber nicht alles.

Apropos Frauen: Bei den Kärtnern RaDeschnig, Zwillingsschwestern, die laut Steiner „wahnsinnig lustig und sympathisch sind“, gibt es am 15. 11. den „Doppelklick“: verschiedene Sichtweisen auf die großen Themen des Alltags.

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„Hoppala!“ Nadjah Maleh, Wienerin mit syrischen und Tiroler Wurzeln, sei eine hervorragende Sängerin, die Comedy und Kabarett beherrsche, sagt man. Frauen- charaktere ziehen sich durch ihr Programm, brillant vermittelt, auf Politisches trifft das auch zu.

„Die böseste Frau der Schweiz“

Hazel Brugger, bekannt aus „Die Anstalt“, „Nuhr im Ersten“ und der „heute-show“, tourt mit ihrem ersten abendfüllenden Programm. „Die böseste Frau der Schweiz“, schrieb der Tages Anzeiger. Der programmatische Titel: „passiert“.

Und die Deutsche Simone Solga lässt in „Das gibt Ärger“ am 22. 11. alle Hemmungen fallen. Wenn die Kanzlersouffleuse einmal auspackt, kann Berlin einpacken, heißt es über die „machtgeile Flüstertüte“.

Los geht es am 25. 10. mit Christoph & Lollo, die „Mitten ins Hirn“ treffen wollen. Sie seien härter als Gangster-Rapper mit ihrem Musikkabarett, so Wilfried Steiner. Welcher Wiener macht schon aus Slogans wie „politische Inserate in Boulevardmedien“ einen Netz-Hit mit Klicks ohne Ende. Sie haben den Salzburger Stier bei den Hörnern gepackt, sind böse bis charmant, abgründig.

„Kauf, du Sau!“ fühlt man sich am 27. 10. beim deutschen Kabarettisten Helmut Schleich, bekannt aus „Schleich Fernsehen“ (Bayerischer Rundfunk), dezent aufgefordert.

„und …“ Alfred Dorfer ist laut Steiner ein „komplexes Ein-Mann-Theater“. Er gastiert dann am 30. und 31. 10. im Posthof mit dem Blick in eine Zukunft, in der Idealisten endgültig als nützliche Idioten begriffen werden. Bodenständiger wirkt am 8. 11. der „WurstSalat“ vom Duo Lainer & Putscher. „Er ist Wurst, ich bin Salat“, sagte Lainer gestern bei der Präsentation. „Er“ ist der Ernährungsexperte Christian Putscher. Es geht um profane Dinge wie das Essen und die Diät. Alles und noch viel mehr um Ernährung kommt hier aufs Tapet. Information und Humor, das Heimspiel ist ausverkauft, am 12. Jänner ist schon ein Nachschlag angesetzt.

Sie ätzen nicht nur brachial auf den Putz

„Das Ei ist hart!“ wäre die fresstechnische Überleitung zu Ster- & Grissemann, die mit ihrem zweiten Loriot-Programm beweisen wollen, dass sie nicht nur brachial auf den Putz ätzen, sondern der feineren Klinge des Großmeisters Loriot mächtig sind.

Es wären noch viele zu nennen, Andreas Vitasek mit „Austrophobia“ etwa.

Ph. W.

Details: www.posthof.at