Manfred Rebhandl: Sommer ohne Horst

Manfred Rebhandls Rockenschaub-Krimis hat man schon bisher nicht der gefinkelt konstruierten Kriminalfälle wegen gelesen und auch nicht wegen ihres meisterhaften Spannungsaufbaus.

Die Geschichten rund um den selbst ernannten Ottakringer Superschnüffler fanden ihre Fans aufgrund ihrer deftigen Milieuschilderungen. „Sommer ohne Horst“ lässt diesbezüglich keinen Wunsch offen.

„Rock“ Rockenschaub löst auf alle Fälle alle Fälle” lautet der Werbeslogan des Privatdetektivs, der in seinem fünften Abenteuer in eigener Sache ermittelt. Ein gelungener Sommer sieht für Rock nämlich so aus: dauerhaftes Azorenhoch über Wien und Daueraufenthalt an der Seite von Bademeister Horst im Ottakringer Bad.

Dort liegen dem zwei Meter großen Muskelberg nämlich stets so viele Ladys zu Füßen, dass auch für Rock einige abfallen. Plötzlich ist Horst jedoch unauffindbar Lustvoll schwingt Rebhandl den Trash-Hammer, dass das Sonnenöl spritzt und stattliche Geschlechtsteile nicht nur aus zu knappen Badeshorts quellen, sondern auch noch ganz andere Rollen spielen, die die Natur gar nicht vorgesehen hat.

Und weil bei so viel Retro-Machismo ein wenig Verständnis für globale Probleme der Gegenwart nicht schaden kann, darf auch Greta Thunberg eine Nebenrolle spielen. Obwohl längere Sommer wohl ganz in Rocks Sinne sein sollten. Sommer mit Horst, allerdings.

Manfred Rebhandl: Sommer ohne Horst. Haymon, 232 S., 12,95 Euro

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