Maria lässt Babys purzeln

Die Diagnose Beckenendlage lässt Schwangere oft verzweifeln. Mit speziellen Übungen, die dem Baby im Mutterleib mehr Raum geben, soll sich das vor der Geburt noch ändern. Die Adlwangerin Maria-Theresia Aspöck schwört dabei auf die Methoden von Spinning Babies.

„Oft tragen werdende Mütter ganz unbewusst dazu bei, dass sich das Baby im Mutterleib in einer Beckenendlage befindet. Das Lümmeln auf der Couch kann einer dieser Gründe sein“, sagt Dreifach-Mama Maria-Theresia Aspöck. Damit das Baby aber nicht in Beckenendlage bleibt, gibt es Übungen, die den Körper der Schwangeren in Gleichgewicht bringen und damit dem Baby mehr Raum bieten.

Während der Geburt unterstützt Spinning Babies durch die gelernten Methoden eine reibungslosere Reise durch das Becken der Mutter, erläutert die Adlwangerin, die als Vorbereitung auf die Geburt ihres ersten Sohnes 2012 einen HypnoBirthing-Kurs besuchte. Sie war davon so begeistert, dass sie 2016 die Ausbildung zur HypnoBirthing-Kursleiterin absolvierte. 2018 folgte die mehrstufige Weiterbildung zu Österreichs erster zertifizierter Spinning- Babies-Eltern-Trainerin.

Platzverhältnisse des Babys entscheidend

„Die Gebärmutter ist umfasst von Bändern, Faszien und Muskeln. Je nachdem wie gleichmäßig der Körper gedehnt ist, kann der Raum für das Baby erweitert oder enger werden. Ungeborene, die ungünstige Platzverhältnisse vorfinden, haben es schwerer sich in die optimale Geburtsposition zu drehen“, weiß Aspöck. Spinning Babies setzt auf Balance, Schwerkraft und Bewegung.

Optimales Sitzen ist ein Teil davon, wie die werdende Mutter ihren Körper in Balance bringen kann. Statt zu Lümmeln, sollte sie sich vorstellen, wie eine Taschenlampe auf den Nabel platziert ist und das Licht nach unten zeigt. Auf diese Weise kann dem Baby eine Art „Hängematte“ geschaffen werden. Beim Sitzen sollte darauf geachtet werden, dass die Knie unter der Höhe der Hüfte liegen und die Frau auf den Sitzbeinhöckern statt auf dem Steißbein sitzt. Aspöck rät Schwangeren zudem, nicht in den typischen „Watschelgang“ zu verfallen, sondern den Babybauch mit Stolz zu tragen.

„Three Sisters of Balance“ heißen die drei Hauptübungen mit denen die werdende Mama – gemeinsam mit ihrem Partner – lernt, dem Baby mehr Raum zu bieten, um einerseits die Drehung in die Schädellage zu vereinfachen, aber auch die Positionierung bei der Geburt zu verbessern. Denn ein Baby mit zur Brust angezogenem Köpfchen benötigt im Schnitt nur 9,5 cm Durchmesser, mit geradem Kopf 12,5 cm Platz im Geburtsweg.

Eine zentrale Übung, um das Baby von einer Steiß- oder Querlage in die Schädellage zu bewegen, nennt sich „Forward Leaning Inversion“ (Nach vorne gelehnte Umkehrung). Dabei kniet die Schwangere am Rand einer Couch und bewegt sich sehr langsam nach unten, um schließlich auf den Unterarmen gestützt den Oberkörper nach unten gekippt für drei Atemzüge zu halten. Der Kopf schwingt frei.

Dadurch können sich die Bänder, die die Gebärmutter von unten stützen ausrichten und Verdrehungen auflösen. Das Baby kann aus dem Becken retour rutschen und hat mehr Chance sich zu drehen. Diese Übung sollte innerhalb von 24 Stunden 7 bis 14 Mal ausgeführt werden, wobei mindestens 15 Minuten und maximal zwei Stunden Abstand dazwischen sein sollten. (Zu Schlafzeiten aber nicht extra aufstehen.)

Dann sind zwei Tage Pause angesagt, um dem Baby, die Möglichkeit zur Drehung zu geben. Wann die Geburt los geht, hat für Aspöck nichts damit zu tun, wie weit der Muttermund bereits offen ist, sondern ob sich das Baby schon im Beckeneingang befindet.

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