Marlies Czerny: 4000erLeben

Vor zehn Jahren lernt die oö. Sportjournalistin Marlies Czerny ungeplant die Bergsteigerszene kennen, steigt immer höher und innerhalb von sechs Jahren als erste Österreicherin auf alle 82 Alpenberge über 4.000 m Höhe.

In ihrem Buch „4000erLeben. Von Null auf die höchsten Gipfel der Alpen“ (und auf Vorträgen) nimmt Czerny die Leser auf den spannenden Aufstieg mit. Dabei haben die Berge in ihrer Jugend keine Faszination ausgeübt. Die ersten Höhenmeter sind für die Ungeübte noch viel mehr Qual als Genuss, am Prielschutzhaus im Toten Gebirge lernt sie aber „so positiv gestimmte Menschen“ und „unternehmungsfreudige Bergsteiger“ kennen, dass sie die Berge fortan nicht mehr loslassen.

Ihr Weg vom Dom, ihrem ersten 4000er im Sommer 2011, bis zur Vollendung ihrer Gipfelsammlung mit dem Brouillardgrat in der Mont-Blanc-Gruppe wird zu einer faszinierenden Reise über die Dächer der Alpen. Czerny versteht es, die Anstrengungen in luftiger Höhe und auf steilen Graten, die Entbehrungen in kalten Biwak-Nächten genauso wie die Hochgefühle nach einem Gipfelerfolg verständlich zu machen.

Frisch und offen erzählt die 32-Jährige auch von mehr oder weniger geglückten Blind Dates als Seilpartner, bis sie in Andi nicht nur ihren Seil-, sondern auch Lebenspartner findet. Ein Buch für ambitionierte Bergsteiger und für Anfänger, „denn ich bin mir sicher, dass jeder Mensch SEINE Viertausender hat, seine große Geschichte“, schreibt Czerny.

Marlies Czerny: 4000erLeben. Bergwelten Verlag, 272 Seiten, 22 Euro.

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