Martin Rummel, Stefan Stroissnig: Ferdinand Ries. Cellosonaten (Naxos)

Ein ideales Kammermusikpaar bilden der Cellist Martin Rummel (Jg. 1974) und der Pianist Stefan Stroissnig (Jg. 1985). Die beiden Künstler haben hier nicht das übliche Sonatenrepertoire eingespielt, sondern das komplette Cellosonatenwerk von Ferdinand Ries (1784-1838). Den Namen des deutschen Komponisten und selbst hervorragenden Cellisten hört man trotz seines umfangreichen Ouevres nur mehr im Zusammenhang mit Beethoven, dessen Schüler Ries war. Aus 1808 stammen die Cellosonaten op. 20 und 21, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Freilich sind die stilistischen Gemeinsamkeiten unverkennbar und atmen den klassischen Geist von „Freund“ Beethoven, Mozart, Haydn, Hummel u.a.. Am deutlichsten ist die Referenz zu Beethoven in der g-moll Sonate op. 125 von Ries aus 1823 zu beobachten. Auch diese ist, wie die vorher erwähnten, mit „Grande Sonate“ überschrieben, Werke, die die Anforderungen an solche für den Hausgebrauch für Liebhaber deutlich überschreiten. Daran lassen die Interpreten keinen Zweifel und haben gerade die kniffligsten Passagen mit großer Akribie herausgearbeitet. Für den gebürtigen Linzer Rummel wirkt der junge Wiener Pianist Stroissnig wie ein großartiger wesensmäßiger Kontrapunkt, den klanglich das orchestral genützte Klavier und der feinfühlig sonore Celloton fabelhaft zu setzen verstehen.

G. Sz.