Martin Walker: Connaisseur

Die Geschichte in Martin Walkers neuem Krimi „Connaisseur“ ist schnell umrissen: Eine Kunststudentin aus den USA kommt nach Frankreich, um im Périgord und in Paris ihre Kenntnisse der Renaissance zu vertiefen.

Nach einem Vortrag verschwindet sie. Bruno, Chef de Police von Saint-Denis und Umgebung, findet sie ertrunken am Grund eines tiefen Brunnens. Unfall, Suizid oder Mord? Natürlich ist der 12. Fall des beliebten Dorfpolizisten nicht so simpel. Es tun sich viele Spuren auf, Nebenpfade stiften Verwirrung, mal gibt es mehr, mal weniger Verdächtige. Und dann ist da noch die schwierige Frage nach dem Warum. Martin Walker nutzt wie gehabt und erwartet die komplizierte Entschlüsselung des Falls für Ausflüge in die wechselvolle Geschichte seiner zweiten Heimat, insbesondere in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und der Résistance, in die Natur rund um das Périgord und in die regionale Küche.

So wie Bruno anderen stets hilfsbereit zur Verfügung steht, nutzt auch er seine Beziehungen, um etwa einem alten Résistancekämpfer auf den Zahn zu fühlen. Der 90-Jährige im Rollstuhl hat Claudia ein Praktikum ermöglicht. Er ist aber auch derjenige, bei dem ihr Unregelmäßigkeiten aufgefallen sind. Das Puzzle bekommt letzten Endes Format. Das letzte Teilchen wird dann zwar nicht mehr ganz so überraschend eingepasst, zuvor aber gab es eine Menge Spannung.

Martin Walker: Connaisseur. Diogenes Verlag, 448 Seiten, 24,70 Euro

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