Massiver Jobabbau bei Magna in Graz steht im Raum

Bei Magna in Graz sollen laut einem Bericht des “Kurier” rund 1.800 Jobs wackeln. Der Jobabbau bei Magna in Graz soll dem Vernehmen nach nicht mehr vor der Landtagswahl am 24. November öffentlich kommuniziert werden, damit daraus keine politischen Wellen entstehen, zitiert der “Kurier” einen Insider. Ein Magna-Sprecher wies unterdessen den Bericht zurück.

“Die Gerüchte entbehren zum jetzigen Zeitpunkt jeglicher Grundlage”, stellte der Sprecher gegenüber der APA klar. Aber natürlich könne man nicht sagen, was beispielsweise in sechs Wochen sei. Die Mitarbeiter seien noch am Dienstag informiert worden, dass nichts an der Sache dran sei.

Der Sprecher versicherte auch, dass es mit der steirischen Politik kein Stillhalteabkommen oder dergleichen wegen der bevorstehenden Landtagswahl gebe. Magna arbeite jedenfalls daran, neue Aufträge hereinzubekommen. Trotz aufkommender Krise in der Automobilindustrie “hört sich die Welt nicht auf zu drehen”. Die in Graz gebaute G-Klasse laufe beispielsweise sehr gut, unterstrich der Sprecher.

Schon Mitte September gab es Gerüchte um den Abbau von 700 Arbeitskräften in Graz-Thondorf. “Kein Wunder, dass es die ÖVP mit der Neuwahl so eilig gehabt hat”, so KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler am Dienstag. “Denn das Land hat Magna regelmäßig mit Millionenförderungen bedacht. Deshalb wird es auch nicht reichen, wieder nach dem Bund und dem Land zu rufen, um Stiftungen und Sozialpläne zu bezahlen. Der Konzern muss auch selbst Verantwortung für die Beschäftigten übernehmen.” KPÖ und Gewerkschaftlicher Linksblock (GLB) hätten die Landesregierung und den ÖGB schon im September aufgefordert, einen Gipfel einzuberufen und zusammen mit dem Magna-Konzern über Alternativen zu beraten. Geschehen sei bisher nichts.

“Es ist hoch an der Zeit, Alternativen zu suchen. Für Graz und die Steiermark steht viel auf dem Spiel. Auf ein Wunder zu hoffen, wird die Arbeitsplätze bei Magna nicht retten. Die Landesregierung muss jetzt die Initiative ergreifen und mit Magna und dem ÖGB einen Plan erarbeiten, um die Abhängigkeit von einer krisengeschüttelten Automobilbranche zu verringern,” so Claudia Klimt-Weithaler.

Magna-Betriebsrätin Hilde Tragler vom GLB meinte: “Die Automobilindustrie ist in der Krise. Alleine auf dieses Segment zu setzen, wäre kurzsichtig und nicht im Sinne der Kolleginnen und Kollegen. Es ist an der Zeit, auch über neue Produktionsbereiche nachzudenken. Das ist der Konzern den Beschäftigten schuldig.”

Bei Magna in Graz werden laut einem Sprecher derzeit rund 9.000 Mitarbeiter beschäftigt, wobei Leiharbeiter hier schon eingerechnet sind. Im März 2018 lag der Mitarbeiterstand bei etwa 9.700 Beschäftigten.

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