Matthias Berg: Der Carrier

Ein Mann mit einer einzigartigen Aufgabe steht im Mittelpunkt von „Der Carrier“, dem Debütroman des schwedischen Journalisten Mattias Berg. Erasmus Levine ist einer der wichtigsten Mitarbeiter des US-Präsidenten.

Er muss immer in seiner Nähe sein, denn seine Aufgabe ist, den Koffer zu tragen, in dem die Codes zur Aktivierung der Atomwaffen gesammelt sind. Als er den Präsidenten nach Schweden begleitet, sorgt ein Alarm dafür, dass Levine das Hotel durch einen geheimen Fluchttunnel verlässt und auf sich allein gestellt die Codes beschützen muss.

Damit wird der Besuch in Schweden zum Beginn einer Kette von Verschwörungen. Auf der Flucht trifft Levine den mysteriösen Alpha, der ihm ein unglaubliches Projekt vorschlägt. „Du und ich gegen den Rest der Welt“ soll ihr Motto sein für eine Unternehmung, die die Welt von der Bedrohung durch Atomwaffen befreien soll. Immer wieder neue Wendungen erlebt der Erzähler und ist kaum in der Lage, die Tragweite seiner Aktivitäten zu überblicken.

Der Roman ist aber weit mehr als ein Actionthriller im weltpolitischen Kontext. Berg lässt umfangreiches Hintergrundwissen über die Entwicklung der atomaren Bedrohung einfließen, ohne den Roman zum Lehrbuch werden zu lassen. Auch philosophische und ethische Fragen werden angesprochen. Ein intelligenter Thriller, den man nicht so eben zur oberflächlichen Unterhaltung liest. Eine anregende und lohnende Lektüre.

Mattias Berg: Der Carrier. Atrium Verlag, 576 Seiten, 24,70 Euro

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