Zentralmatura ab 25. Mai nur schriftlich

Die rund 40.000 Maturanten werden im Corona-Jahr eine spezielle Reifeprüfung absolvieren: Ab 25. Mai wird die Zentralmatura jedenfalls nur in drei Fächern geschrieben, in die Note fließt das Abschlusszeugnis der letzten Klasse ein. Die von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Mittwoch umrissenen Pläne für die “verschlankte Matura” wurden von NEOS und SPÖ größtenteils begrüßt.

Bis jetzt ist nur klar, wann die Schulen für Maturanten bzw. Berufsschüler im Abschlussjahr wieder aufmachen: Diese kehren am 4. Mai für Vorbereitungsunterricht bzw. die letzten Schularbeiten und Tests zum Abschluss der letzten Klasse zurück – allerdings nicht in ihre Klassen, sondern aus hygienischen Gründen in größere Klassenräume, Turn- bzw. Festsäle. Auch die schriftliche Matura findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt: Maturanten erhalten eine Maske, Räume werden stündlich gelüftet und die Oberflächen geputzt. Dafür haben die Schüler eine Stunde länger Zeit zum Bearbeiten der Aufgaben.

Novum: Wie in anderen Ländern schon bisher üblich setzen sich heuer auch in Österreich die schriftlichen Maturanoten nicht nur aus den Noten der Maturaprüfungen zusammen. Zu einem gewissen Prozentsatz – nach derzeitigen Planungen 30 Prozent – fließt auch die Abschlussnote der letzten Klasse mit ein.

Die mündliche Matura entfällt ganz, als Note in den dafür gewählten Fächern wird jene der letzten Klasse herangezogen. Wer damit nicht zufrieden ist, kann freiwillig zu einer mündlichen Prüfung antreten. Ähnlich die Vorgehensweise bei den vorwissenschaftlichen Arbeiten (AHS) bzw. Diplomarbeiten (BHS): Die mündliche Präsentation entfällt, die Note wird auf Basis der abgegebenen schriftlichen Arbeit vergeben. Wem deshalb ein Fünfer droht, kann diesen per freiwilliger Präsentation ausbessern. “In bestimmten Situationen müssen wir milde und nachgiebig sein”, betonte Bildungsminister Heinz Faßmann.

Weiterhin unklar ist der Fahrplan für die Öffnung der Schulen für die restlichen Schüler bzw. der Kinderbetreuungseinrichtungen. Die konkrete Vorgehensweise werde erst nach Ostern festgelegt, so Faßmann. An den Einrichtungen werde aber weiterhin in der bisherigen Form Betreuung angeboten. Es sei auch kein Problem, wenn nach Ostern bzw. in den Wochen darauf aufgrund verstärkter Berufstätigkeit der Eltern bzw. der familiären Situation mehr Kinder an die Schulen kommen. Unter Umständen müssten aber die Lehrer beim Distance Learning Abstriche machen, wenn sie mehr Schüler sowie zusätzlich die Maturanten vor Ort betreuen müssen.

Ebenfalls noch nicht festgelegt ist das genaue Prozedere bei der Benotung der Schüler. Für ein generelles Absehen vom Sitzenbleiben ist es für Faßmann noch zu früh.

Kritisch reagierte die Opposition: SPÖ und NEOS begrüßten zwar großteils die Regelungen bei der Matura, forderten aber Klarheit, wie es an den restlichen Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen weitergehen soll. Auch die FPÖ mahnt das ein und kann sich darüber hinaus nicht mit der Streichung der mündlichen Matura und dem Festhalten an der Zentralmatura anfreunden.

Zufrieden ist dagegen Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike: Es sei vor allem positiv, dass “in schwierigen Zeiten die Betroffenen in konstruktive Verhandlungen mit eingebunden wurden”. Die Grünen lobten, dass mit den Entscheidungen “viel Druck rausgenommen” worden sei. Die Industriellenvereinigung (IV) kündigte an, dass es für Lehrlinge “beim Nachholen fachpraktischer Inhalte im Bedarfsfall mit Sicherheit flexible Lösungen zwischen den Unternehmen und den Berufsschulen geben” werde. Die Arbeiterkammer (AK) forderte Lösungen für Lehrlinge, die derzeit in systemrelevanten Berufen arbeiten und sich deshalb nicht per Distance Learning auf die Lehrabschlussprüfung vorbereiten können.

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