Matura: Lob und Tadel für Corona-Reifeprüfung

Während die Bundesschülervertretung am Mittwoch ein positives Resümee der Zentralmatura unter den speziellen Bedingungen der Corona-Pandemie gezogen hat, kommt von SPÖ und NEOS Kritik. SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid wirft Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) vor, er habe den Schülern „leere Versprechen“ gemacht, Martina Künsberg Sarre (NEOS) fordert ein neues Matura-Konzept.

Coronabedingte Probleme wie wenig Interaktion mit den Lehrern und wenig Übungszeit in der Schule seien offensichtlich anders als versprochen bei der heurigen Zentralmatura nicht berücksichtigt worden, so Hammerschmid mit Verweis auf die „sehr hohe Zahl negativer Klausuren“. Sie fordert eine grundsätzliche Reform des Mathe-Unterrichts, damit Mathematik nicht mehr „Angstfach Nr. 1“ sei. Dafür brauche es auch neue Wege in der Didaktik und Lehrerausbildung.

NEOS-Bildungssprecherin Künsberg Sarre sieht die Schwankungen zwischen den Jahrgängen und den Schulformen bei den Mathe-Klausuren als Auftrag, überhaupt ein neues Gesamtkonzept für die Matura zu entwickeln. Sie plädiert für einen vergleichbaren gemeinsamen Kern, autonome Spielräume für die Schulen und die Einbeziehung der Oberstufennoten. Außerdem sollen an allen Schulen dieselben Hilfsmittel zugelassen sein.

Für Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike von der VP-nahen Schülerunion haben die Maßnahmen des Ministeriums, die trotz der Corona-Krise für eine faire Reifeprüfung sorgen sollten, durchaus den erwünschten Erfolg gebracht. Durch die Einbeziehung der Zeugnisnote hätten sich nur wenige Schüler verschlechtert. Es brauche allerdings weitere Reformen und Evaluierungen der Matura, vor allem das heuer erprobte System müsse „umfangreich diskutiert und evaluiert“ werden. Zur besseren Vergleichbarkeit seien zudem einheitliche Hilfsmittel und Standards notwendig.

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